Ich mache es heute mal wie Robert Klaus, der Klubtrainer in den Pressekonferenzen vor den Zweitligaspielen des 1. FC Nürnberg und beginne mit einem Personalupdate.
Uli Dickmeier hat eine nicht näher definierte Rückenverletzung und Florian Zenger eine Mandelentzündung.
Beide fallen also aus hier heute und weil niemand will, dass ich dieses Format alleine befülle, bin ich sehr froh, dass sich ein Mensch gefunden hat, der sich mit mir über Fußball unterhalten will.
Und noch etwas froh, dass es Christopher Schindler ist. Herzlich willkommen.
Hallo, herzlich willkommen. Vielen Dank für die Einladung.
Vor allem bist du der Beweis dafür, dass man auch leicht angeschlagen so einen Podcast bestreiten kann, anders als die anderen beiden, die sich fröhlich abgemeldet haben.
Wie geht es denn? Das ist mal wahrscheinlich die wichtigste Frage zu Beginn gleich.
Ja, vielen Dank. Wir sind absolut im Plan, was die Verletzung angeht. Ich konnte jetzt schon die letzten Tage so leichtes Lauftraining absolvieren.
Und ja, das ist eigentlich so der Einstieg in das Return-to-Play-Protokoll, wie man es so schon sagt, wo ich dann Stück für Stück fürs Mannschaftstraining quasi wieder aufgebaut werde.
Aber soweit ist alles gut. Hoffe, die Verletzung an sich ist jetzt gut verheilt. Und ja, jetzt können wir schauen, dass ich fit gemacht werde fürs Mannschaftstraining.
Weiß man denn inzwischen, was ist für eine Verletzung? Weil ich habe Robert Klaus in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Heidenheim gefragt.
Und er sagte da, so genau kann man das nicht sagen, weil das nicht mehr so wirklich klassifiziert wird, ob es jetzt ein Riss ist oder sonst was auch von den Medizinern.
Ist das so tatsächlich? Oder weißt du, was du hast, deinem Oberschenkel?
Ich muss mich bis jetzt nicht so viel mit den genauen medizinischen Begriffen befassen, weil ich mich so oft verletzt war in meiner Karriere.
Aber ich habe mir auch sagen lassen, dass es jetzt mittlerweile Sachen wie Faserriss, Bündelriss, Zerrung, Einblutung ist eigentlich nicht mehr so relevant,
sondern vielmehr die Art bzw. wie viel Flüssigkeit im Muskel zu sehen ist und an welcher Stelle vor allem Sehennah ist oder Muskelbauch usw.
Also es gibt diese Art von Klassifizierung anscheinend.
Und ja, ich denke, vereinfacht gesagt, wäre das wahrscheinlich früher mal ein Muskelfaserriss gewesen.
Also ich denke, das kann man schon sagen, es war letztendlich eine Einblutung im Muskel.
Und ja, um zu verhindern, dass das halt größer wird quasi, wurde ich zu dieser Pause gezwungen, ja.
Ja, ich wollte heute, wir nehmen auf am Samstagmittag, 12.07 Uhr ist es jetzt gerade, am Tag nach dem Heidenheim-Spiel,
sehr wenig über Fußball sprechen, wie es hier mitunter vorkommt in diesem Format.
Ich befürchte, ein bisschen müssen wir doch über den Freitagabend sprechen.
Wir haben allerdings auch wieder einen Sponsor.
Es ist unser alter Sponsor, die Sparkasse, die sich auch beim 1. FC Nürnberg engagiert.
Und die stellt uns Thomas Corell jetzt vor.
Und dann geht es hier weiter mit Christopher Schindler.
Bis gleich.
KADEP, der Club-Podcast von nordbayern.de.
Präsentiert von Club-Community-Partner Sparkasse Nürnberg.
Ich mache gerne Witze, kenne mich taktisch gut aus und gebe Tipps, hat gesagt Christopher Schindler in einem Interview vor Saisonbeginn mit Wolfgang Lars in den Nürnberger Nachrichten,
der Nürnberger Zeitung und auf NN.de.
Das passt ziemlich gut auch zu diesem Podcast.
Hier sind diese drei Rollen auf verschiedene Schultern verteilt, ohne dass ich jetzt genau sagen will, wer welche Funktion ausfüllt.
Es ging da um die Kapitänsrolle beim 1. FC Nürnberg.
Erstmal herzlichen Glückwunsch zur Wahl, nochmal nachträglich.
Vielen Dank.
Witzemachen nach so einem Spiel wie gestern am Freitagabend gegen Heidenheim.
0 zu 3 ist es ausgegangen, weiß inzwischen wahrscheinlich jeder, wenn dieser Podcast erscheint.
Witzemachen ist da wahrscheinlich eher nicht angebracht, ne?
Nee, nee, nee, natürlich nicht.
Nee.
Zumal es halt für mich jetzt auch in gewisser Weise eine Sondersituation ist, weil ich es immer schwierig finde, wenn man das Spiel halt von der Tribüne aus sieht und beurteilt.
Ich weiß selber, wie schwer es sich auf dem Platz immer anfühlt.
Und wenn man das dann von außen sieht, hat man einfach buchstäblich auch diese Distanz zum Spiel und klare Gedanken.
Und das ist manchmal auf dem Spielfeld halt nicht der Fall.
Und deswegen ist es für mich auch schwierig, das ein Stück weit zu bewerten.
Für mich geht es dann nach solchen Spielen eigentlich immer darum, dass man am nächsten Tag reinkommt und guckt, wie sind die Jungs beieinander, wie sehen sie das Spiel.
Und dann vielleicht mal versucht, an der einen oder anderen Situation auch mal eine wirklich andere Meinung, einen anderen Blickwinkel zu geben, wie man das vielleicht aus der Distanz gesehen hat.
Ohne da zu viel versucht, auch schlecht zu reden, weil, wie gesagt, weil ich selber genau weiß, dass das auf dem Feld an sich dann nicht so einfach ist.
Wie waren sie beieinander? Habt ihr euch heute schon gesehen am Pfalz eine Weile?
Ja, die Enttäuschung ist riesengroß natürlich.
Man hat auch so ein bisschen gemerkt, dass die größte Enttäuschung eigentlich daran lag, dass man jetzt diese defensive Stabilität auch mit den zu Null Spielen und diese engen Abstände, dieses füreinander kämpfen und da sein, das war irgendwie gestern gefühlt nicht so da.
Und es war einfach auf dem Platz riesen Abstände. Man hat das Gefühl, dass jeder will, aber dass wir es gestern einfach nicht auf den Platz gebracht haben.
Und dann ist man natürlich, ich kann es mir vorstellen, auch die ganze Nacht wahrscheinlich nicht gut geschlafen, nachgewiesen, nachgedacht worden, hat es gelegen, woran können es gelegen haben.
Also es ist nicht so eine schöne Situation, da ist man sowohl körperlich, aber auch vor allem mental müde.
Und den Eindruck haben die Jungs heute auch gemacht.
Ja.
Es war wirklich ein seltsames Fußballspiel, bei dem man irgendwie anders als im Derby noch, beim letzten Heimspiel vor Heidenheim,
da hatte man so den Eindruck von der ersten Minute an, es funktioniert, was da auf dem Platz funktionieren soll.
Und diesmal gab es, glaube ich, das erste Mal hat sich Frank Steinmetz, einer der Co-Trainer, schon, glaube ich, nach einer Viertelstunde an die Seitenlinie begeben,
um irgendwelche Korrekturen vorzunehmen.
Dann gab es eine Trinkpause nach 20 Minuten, wo Robert Klaus nochmal versucht hat, was zu korrigieren.
Tobias Schweinsteiger genauso.
Und man hatte den Eindruck, es bringt aber an diesem Abend irgendwie alles nichts.
Wann merkt man denn sowas als Spieler auf dem Platz, dass irgendwie der Gegner, so schien es gestern, nicht greifbar ist?
Und dass auch die Korrekturen von außen nicht wirklich helfen?
Ja, also das merkt man als Spieler ganz genau.
Also das merkt man auch gleich, weil jedes Mal, wenn du unter Druck kommst, aus Innenverteidigersicht in letzter Linie verteidigen musst,
das ist eigentlich eine unangenehme Situation natürlich.
Und ich glaube, das ist auch genau das, was Heidenheim gestern mit uns gemacht hat.
Die haben uns sehr oft in unangenehme Situationen gebracht.
Und ich hatte auch auf der Tribüne, eigentlich war das so spürbar, und hatte ich auch dasselbe Gefühl.
Wie gesagt, die ersten zehn Minuten schon, okay, das ist jetzt nicht so ein Start, wie wir uns das eigentlich vorstellen, wie wir das haben wollen.
Und ja, manchmal, wenn man so eine Phase übersteht, kommt man dann selber ins Spiel und dreht das Momentum so ein bisschen um.
Aber das war leider gestern, ja, vielleicht so nach 25 Minuten, mal zehn Minuten so, wo ich mir gedacht habe, okay, ja, jetzt.
Da gab es dann die Abschlüsse von Dua und da Ferner, glaube ich, die beide in den Mögen.
Aber ja, wie gesagt, es ist schwer von außen, weil ich auch nicht jetzt in den Besprechungen dabei war, zum Spiel hinführen.
Und auch jetzt die genaue taktische Ausrichtung zum Aufbau dieser Woche, weil ich halt wirklich nur mit Reha beschäftigt war,
habe ich jetzt nicht so mitbekommen.
Und im Grunde genommen, glaube ich, aber wenn man das so von außen sieht, ist es eigentlich, ja, manchmal gar nicht so wichtig,
wie, ob man jetzt genau richtig steht oder genau taktisch den richtigen Ablauf hat,
sondern, ja, dass man die Dinge mit Überzeugung macht.
Und ich glaube, das hat so ein bisschen den Stein ins Rollen gebracht,
dass wir, ja, von Anfang an eigentlich nicht diese Überzeugung hatten, auch mal, ja, auch mal einem wehzutun vielleicht
oder auch mal durchzugehen, wenn man ihn an der Außenehne hat, auch mal hinzulangen vielleicht
und uns einen Eindruck zu machen, gerade bei Heidenheim, einer Mannschaft,
die sich auch sehr über diese körperliche Überlegenheit vielleicht definiert,
konnten wir, ja, von Anfang an jetzt nicht so dagegen, uns dagegen wehren.
Und das macht natürlich was mit dir, aber auch mit dem Gegner.
Und der ist dann immer selbstbewusster geworden und dann, ja, ist Heidenheim auch eine ordentliche Mannschaft,
wenn sie da ihr Spiel durchbekommen mit der Körperlichkeit.
Ja, du hast das in diesem Interview, das ich schon erwähnt habe vor der Saison,
auch gesagt, so in etwa, dass diese Mannschaft des 1. FC Nürnberg manchmal noch ein bisschen,
zu früh die Nerven verliert hast du, glaube ich, nicht gesagt, aber ungefähr gemeint,
dass, wenn der Gegner Schwierigkeiten bereitet, war das gestern dann wieder so ein Ding.
Ihr hattet jetzt nach der ersten Halbzeit auf St. Pauli mit den drei Gegentreffern
hattet ja tatsächlich sieben Pflichtspiel-Halbzeiten ohne Gegentor
und jetzt dann wieder so ein Spiel, das wirklich nicht gut aussah.
Ja.
Ist es immer noch im Progress sozusagen?
Ja, absolut.
Also ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es auch einen großen Beitrag dazu leistet,
dass wir mehr Spieler brauchen, die Verantwortung übernehmen.
Also das habe ich auch in dem Interview gesagt.
Da geht es nicht darum, dass du schreist, weil du, um zu schreien,
oder dass du jetzt verrückt ins Trippling gehst,
oder dass du irgendwas Besonderes machst.
Verantwortung übernehmen hat viele Facetten.
Die einen kommunizieren viel und helfen einander
und schaffen es so, dass sich dann Spieler an einen hochziehen können.
Die anderen sind mit Ball die, die den Unterschied ausmachen.
Ich denke jetzt an Lino Tempelmann zum Beispiel oder Fabi Nürnberger,
auch Thay Duman.
Das sind Spieler, die, wenn sie es fühlen und den Ball bekommen,
die dann Sicherheit geben können und so Verantwortung übernehmen.
Oder unsere Stürmer vorne in letzter Konsequenz die Tore schießen
oder Abschlüsse machen oder die Gegner vor Probleme stellen.
Und das hat viele Facetten.
Und ich glaube manchmal, wenn wir, und so hat das gestern auch wieder gewirkt,
wenn wir unter Druck geraten, warten wir aufeinander,
bis jemand halt das Heft in die Hand nimmt.
Und so, und das müssen wir lernen, dass das jeder sein kann.
Und jeder auf seine Art und Weise.
Nicht sich irgendwie verdreht oder irgendwas macht, um es zu machen,
sondern das muss schon Hand und Fuß haben.
Und das ist schwer.
Ich kenne das auf dem Feld, wenn du dich unwohl fühlst,
dann rauszugehen und Dinge zu machen, von denen du absolut überzeugt bist,
das ist Kunst eigentlich letztendlich.
Und ich glaube, da haben wir nach wie vor Riesenpotenzial.
Da müssen wir uns auch absolut verbessern.
Und wie gesagt, gestern hat es auch wieder so gewirkt,
dass, ja, auf der anderen Seite sage ich,
wenn wir vielleicht mit 0-0 in die Pause gehen,
dann haben wir eine schlechte Halbzeit gespielt,
aber sagen, okay, jetzt können wir vielleicht was ändern.
Und das Tor kommt halt zu einem blöden Zeitpunkt natürlich,
kommt immer zu einem blöden Zeitpunkt.
Aber das vor der Pause jetzt nochmal,
gab da nochmal so eine richtig,
da hat sich das quasi so bestätigt, die erste Halbzeit.
Und die logische Konsequenz war das Tor.
Und das war halt ein blöder Gedanke.
Und nochmal, trotzdem glaube ich,
dass wir dann in diesen Situationen,
wo es richtig eklig ist,
dann müssen wir uns aufrichten.
Und das ist leichter gesagt als getan.
Aber das ist das, was wir machen müssen.
Weil es kommen Spiele in der zweiten Liga,
die dich an die Grenzen bringen.
Aber kann man das noch,
kann man das lernen in dem fortgeschrittenen Fußballkarrierenalter,
in dem natürlich sind da viele junge Spieler dabei,
aber ist das wirklich was, was man lernt?
Oder ist einem das gegeben sozusagen?
Und dann muss man solche Spieler mit so einer Mentalität
eher dazukaufen, weil sie die anderswo schon bewiesen haben?
Oder ist das wirklich was,
was auch eine Entwicklung sein kann?
Das ist für mich eine Persönlichkeitsentwicklung.
Also das hat für mich was mit Persönlichkeit zu tun.
Und das ist, nochmal, da ist jeder anders.
Also ich will auch gar nicht,
dass Spieler, die du nie hörst,
normal dann auf einmal anfangen rumzubrüllen,
weil das glaubt dann auch niemand.
Das ist ja nicht glaubhaft.
Aber ich glaube schon,
dass wenn Spieler durch solche Situationen gehen und merken,
wenn ich mich jetzt vielleicht verstecke
oder ein bisschen weniger mache
und versuche mitzuschwimmen,
dann geht das auch irgendwie,
aber merken das retrospektiv,
dass ich dann keinen Einfluss habe.
Oder schauen sich die Szenen an und denken,
okay, warum habe ich dann nicht das gemacht?
Oder warum bin ich nicht in den Raum reingelaufen?
Warum habe ich mich nicht angeboten?
Warum habe ich den Pass nicht ruhiger gespielt?
Warum habe ich den Zweikampf nicht geführt?
Solche Geschichten helfen dir dann vielleicht im nächsten Mal,
wenn du wieder,
und das wird wieder passieren,
dass wir in so eine Situation kommen,
dass wir dann versuchen, vielleicht mehr zu machen.
Und dann merken wir, okay, es geht.
Auf einmal dreht sich das Momentum.
Und wenn du die Spiele anguckst,
in Hamburg, wo wir von außen jeder gesagt haben,
das war eines der besten Spiele,
die wir gemacht haben.
Da hat sich das Momentum die ganze Zeit gedreht.
Das war nicht so,
dass wir top gespielt haben,
90 Minuten lang.
Also dieses 2 zu 1 in der Rückrunde.
Genau, oder auch das Pokalspiel war ja auch so.
Da haben die Fans applaudiert und gesagt,
boah, Jungs, das war richtig geil.
Und wir sind auch selber natürlich enttäuscht gewesen,
dass wir rausgeflogen sind,
aber haben gesagt,
boah, das war richtig cool,
weil wir halt in Phasen des Spiels gedrängt wurden
durch Qualität vom Gegner.
Und aus denen haben wir uns
mit gewissen Situationen wieder rausgeholt.
Und das sind dann meistens irgendwelche Zweikämpfe,
wichtige, die du gewinnst,
wo du dem Gegner den Schneid abkaufst,
wenn du Abschlüsse bringst,
wo du dem Gegner ein schlechtes Gefühl gibst,
wo du einfach deren Schwächen befeuerst
und deine eigenen Stärken quasi einbringst ins Spiel.
Und das sind auf unserem Niveau,
würde ich sagen,
so weit wie die Mannschaft ist,
das sind noch Momente erst.
Bis es Phasen werden,
das kommt dann mit der Sicherheit,
mit dem Selbstverständnis,
wenn wir uns alle wirklich gut kennen.
Aber im Moment sind das so,
das sind kleine Momente im Spiel,
die das Spiel in eine Richtung drehen.
Und die müssen wir erkennen
und dann sowohl in der Defensive
als auch in der Offensive
dann da sein einfach.
Und nochmal,
ich sage einfach,
und das ist das Schwerste,
aber ich sage das auch,
wenn du gestern Dortmund gesehen hast,
gegen Freiburg ist es dasselbe.
Wir haben bis zur 70. Minute nichts gemacht.
Oder es ist so schwer getan.
Und mit dieser einen Situation
auf einmal dreht sich dieses Spiel.
Und das ist auf allerhöchsten Niveau.
Und dann ist es auch nicht so,
dass Freiburg was schlecht gemacht hat,
aber dann auf einmal
ist der Kopf voll dabei.
Verändert sich.
Und es verändert sich die Statik vom Spiel.
Das macht Fußball so interessant auch.
Weil man versucht zu strukturieren
und zu planen,
aber viele Dinge
sind auch Momentum
und vor allem spielen sich im Kopf ab.
Schlecht für den Kopf.
Wahrscheinlich gestern Abend,
das ist auch am Freitagabend,
dass es auch sehr früh
für mich einigermaßen überraschend
Pfiffe gab
im ersten Heimspiel nach dem Derby.
Darf man als Kapitän
des 1. FC Nürnbergs sagen,
dass einen so etwas ärgert?
Oder muss man da
diplomatisch sein
und sagen,
man versteht die Pfiffe der Zuschauer,
weil die Eintritt zahlen,
wie man diese Antwort oft hört?
Ich würde mich ärgern.
Ich weiß nicht,
ob ich es mich sagen trauen würde,
aber ich würde mich ärgern.
Auch da,
das sind Dinge,
die wir auf dem Feld
natürlich durch Leistung
beeinflussen können,
aber wie jetzt
eine Person mit
Enttäuschung umgeht,
das können wir nicht beeinflussen.
Ich sage,
ich bin einer,
wenn ich sage jetzt,
ich bin Fan von meinem Kind
zum Beispiel
und das hat Schwierigkeiten,
dann würde ich versuchen,
meinem Kind zu helfen
und positiv zu sein.
Ja, das bin aber ich.
Und dann gibt es halt andere,
die sagen,
okay,
ich bin dann streng
und Hausarrest
und drohe
und versuche halt so zum Erfolg zu kommen
beziehungsweise das
zu beeinflussen.
Und das kann ich,
natürlich würde ich mir wünschen,
dass man bei einer jungen Truppe
dann in schwierigen Phasen
den Zuspruch von den Fans kriegt,
die dir Sicherheit,
dieses Stück an Sicherheit geben,
das ja auch
auch Momentum im Spiel ändern kann.
Aber nochmal,
das können wir
durch Aggressivität, glaube ich,
und die Grundtugenden
schon beeinflussen,
weil ich glaube,
wenn die Fans sehen,
wir probieren alles,
dann sind die auch dabei,
auch wenn es vielleicht mal
was nicht funktioniert.
Und gestern sage ich nicht,
dass wir es nicht probiert haben,
aber dass wir einfach
so gehemmt waren,
dass es von außen so erscheinen mag,
als würden wir nicht wollen.
Und das kann ich sagen,
das ist nicht so.
Das ist einfach,
das ist nicht so.
Jeder wollte
und jeder hat versucht,
aber es war nicht,
es hat nicht zusammengepasst gestern.
Und da in den Phasen
zu erwarten,
dass dann sich
alle Verständnis dafür haben,
gerade hier,
wo natürlich schon
eine Erwartungshaltung ist,
ist vielleicht hart formuliert,
aber das erwarte ich
schon gar nicht mehr.
Also das ist so.
Natürlich kann ich das verstehen,
wenn ich,
aber ich glaube,
diese Pfiffe,
die kommen aus einer
Erwartungshaltung raus.
Die der Verein ja auch
geschürt hat,
die Erwartungshaltung,
mit dem Saison 10 Platz 1 plus 6.
Also eine Erwartungshaltung
ist ja auch gut,
weil ich glaube,
wenn du dir hohe Ziele setzt,
dann kannst du auch dich
nur selber zu Höchstleistung
oder dazu bringen,
kein Potenzial zu verschwenden.
Ja,
aber ich sage,
Fußball ist,
wie ich vorher schon angedeutet habe,
ist nicht immer geradeaus.
Und es ist,
klar sind wir der Klub
und wir sind Nürnberg
und wir wollen alle hoch.
Wir wollen alle
größtmöglichen Erfolg.
Aber das,
die Liga ist so eng
und es sind,
wie gesagt,
Nuancen,
die Spiele
in eine oder andere Richtung
ziehen.
Und da,
ja,
natürlich kann ich nur sagen,
aus Spielersicht,
wenn du auf dem Feld stehst
und du eh schon über dich selber,
mit dir selber vielleicht
nicht zufrieden bist,
mit der Mannschaftsleistung
gerade nicht zufrieden bist
und wenn da von außen
dieser Druck noch kommt,
dann hilft das nicht.
So klar muss man das sagen,
dann hilft das nicht.
Aber es ist,
es ist halt ein Stück weit normal
und das können wir aber
nicht beeinflussen.
Das können wir beeinflussen,
wenn wir dann,
ja,
wir müssen dann,
unsere Aufgabe muss dann sein,
die wieder auf unsere Seite
zu ziehen,
damit wir wieder so feiern können
wie nach einem Derbysieg zum Beispiel.
Ja,
eine komplizierte Aufgabe,
vier Punkte aus vier Spielen,
ist,
Frank Schmidt hat das gestern
in der Pressekonferenz gesagt,
er würde den eigenen Start,
den von Heidenheim,
in die Saison jetzt noch nicht
einschätzen wollen,
sondern erst nach zehn Spielen
würde er genauso sagen,
wenn es weniger Punkte wären,
die Heidenheim gesammelt hat,
als die neun,
die es sind.
Vier Punkte ist wenig.
Ich habe tatsächlich gestern,
als ich aus dem Stadion nach Hause kam,
weil ich dann auch oft nicht
sofort einschlafen kann,
habe ich mir auf Amazon Prime
noch All or Nothing Arsenal
angeguckt,
die neun Folgen.
Die letzte Saison,
glaube ich,
gestartet sind mit drei Niederlagen,
was ist in der Geschichte von Arsenal?
Ich glaube,
vier Niederlagen zum Start
gab es noch nie oder sowas.
Und die Unruhe,
die dort dann geherrscht hat,
Michael Ateta,
von dem die Fans
den Rauswurf fordern,
Spieler,
die beschimpft werden,
dass sie einfach viel zu schlecht sind
für diesen großen Londoner Verein.
Und die dann am Saisonende
am Fünfter werden
und eine gute Saison spielen.
Fünfter, glaube ich,
mich zu erinnern,
irgendwie so um den Dreh
muss es gewesen sein.
Korrigiere mich als England-Experte,
wenn ich da was Falsches sage.
Aber auf jeden Fall,
dieses...
Ich glaube dir mal.
Ja,
dann das erste Spiel
nach dieser dritten,
nach den drei Niederlagen
halt 1-0 gewinnen
und dann entwickelt sich irgendwie
alles zum Guten
und Ateta wird inzwischen auch
als großer,
guter Trainer
bezeichnet.
Ist das wirklich
dann im Fußball so,
dass man einfach drauf hoffen muss,
dass in Sandhausen
vielleicht
da ferner mal
die Möglichkeit
zum 1-0 nutzt,
die es gestern auch gab?
Ja, ja, ja, schon.
Ich glaube,
dass es für uns
als Spieler wichtig ist,
dass wir uns auf
wirklich auf die nächste Aufgabe,
es ist platt formuliert
und es ist eine Flosse wahrscheinlich,
auf das fokussieren,
was wir wirklich kontrollieren können
und das ist
der nächste Tag,
das nächste Training.
Aus dem Lernen,
was wir,
was nicht funktioniert hat
und das in den Fokus zu stellen,
was wartet auf uns
gegen Sandhausen
und jetzt nicht zu viel
uns an anderen Geschichten
zum Beispiel,
wie es jetzt bei Ahasen war,
hochzuziehen
oder versuchen hochzuziehen.
Ja, weil wenn das nicht funktioniert,
wenn das nächste Spiel
nicht funktioniert,
muss es ja trotzdem irgendwie weitergehen.
Und wenn wir uns da
zu sehr abhängig machen
von Dingen,
die,
ich habe keine Ahnung,
wie das bei Ahasen war,
was die für einen Kader hatten
vor letztes Jahr oder so,
es ist natürlich schon
auch da einfach eine Kopfgeschichte.
Der Kopf fängt an,
mehr nachzudenken,
du versuchst vielleicht auch
Dinge in Frage zu stellen
beziehungsweise
du stellst Dinge in Frage,
weil du dir,
weil,
klar,
weil es
mit negativen Ausgang
die Dinge,
die du machst,
wenn die nicht funktionieren,
dann fängst du automatisch an,
mehr nachzudenken,
obwohl das vielleicht
auf dem nächsten Gegner,
beim nächsten Gegner
super funktioniert.
Und deswegen ist es,
ist es,
ist es für mich
ganz wichtig
und das habe ich,
glaube ich,
schon mal vorher
im Interview auch gesagt,
im Sieg und in der Niederlage
nicht zu sehr
dich von Emotionen
leiten zu lassen,
sondern zu sagen,
in Niederlagen
wie in Siegen,
was muss ich besser machen,
das ist eigentlich die Frage.
Also das ist nicht,
nicht zu weit in die Zukunft
zu gucken,
was könnte,
hätte,
sollte,
jetzt haben wir einen
schlechten Start
oder was weiß ich
oder nur vier Punkte
aus vier Spielen,
sondern die Frage ist,
was können wir besser machen,
damit wir
gegen Sandhausen
drei Punkte holen.
So,
und das ist
das Einzige,
mit dem man sich
beschäftigen sollte.
Ja.
Wie
gehst du denn
dann in solchen Situationen
vor?
Jetzt hast du eine
prominente Rolle
als Kapitän,
hast in dem Interview
auch gesagt,
das ist für dich
eher so eine Formalie,
weil du auch sonst
schon einer bist
und warst,
der seine Meinung
sagt,
bei allen Vereinen,
bei denen du bisher
warst,
du hast nach der letzten
Saison deine Traumelf
oder sowas
für Club TV
vorgestellt
und sagst da
einen schönen Satz,
dass du die
ein sehr schöner Satz,
der mir in Erinnerung
geblieben ist,
dass du die Spieler
auch nicht nur
nach sportlichem
Können ausgesucht hast,
sondern auch
nach dem,
was sie dir
gebracht haben
in Sachen Leadership
und so,
also Leadership
und so,
das fand ich so
großartig,
weil du das so
dahin sagst,
als müsste man sich
so ein bisschen
fast dafür schämen,
wenn man sich
für diese Thematik
interessiert,
aber es ist ja doch
in allen Lebensbereichen
nicht so schlecht,
wenn sich einer
oder eine
damit auskennt,
wie leitest du
in so einer Woche,
in der du auch noch
verletzt bist
und vielleicht wirklich
jetzt nicht so nah
an der Mannschaft
dran,
wie führst du da?
Ja,
das ist
eine schwierige Frage
beziehungsweise
eine nicht einfache
Sache zu tun,
weil
ich das eigentlich
immer davon
oder nicht einfach
zu beantworten,
weil ich das
eigentlich immer
davon abhängig mache,
wenn ich reinkomme,
was fasse ich auf,
wenn ich
so ein bisschen
Bedrücktheit fühle
oder
schwere,
dann kommt doch der
Gag oder
Ja,
genau,
dann kommt vielleicht,
ey Jungs,
wir haben jetzt,
ist doch geil,
wir sind,
Sonne scheint draußen,
grüner Rasen
und wir dürfen draußen
an der frischen Luft
trainieren
und werden bezahlt dafür,
ja,
solche Sprüche,
die,
wo dann,
wo du so ein bisschen
versuchst,
die Perspektive wieder
so ein bisschen
zu verändern,
weg von,
ja,
jetzt,
ich muss das
und ich muss das
und das hat nicht
funktioniert,
sondern dann auch
diese Leichtigkeit
wieder so ein bisschen
vielleicht reinzubringen
oder wenn ich halt spüre,
dass da Spieler sind,
die vielleicht das,
das nicht verstanden haben,
worum es geht,
dass du dann halt sagst,
ey Jungs,
ganz ehrlich,
wir haben jetzt hier
fünf,
sechs Tage,
die müssen wir aber auch nutzen,
ja,
also das ist nicht so,
dass wir,
dass wir jetzt irgendwas
zu verschenken haben,
weil dafür sind wir
nicht gut genug,
noch nicht gut genug,
ja,
und so ist das eigentlich
immer so eine,
da gibt es kein,
keine Anleitung,
kein Rezept so wirklich,
sondern ich,
ich,
ich schaue eigentlich immer so,
was,
was nehme ich wahr,
was nehme ich wahr,
wenn ich in eine Gruppe reinkomme
und auch da ist es halt so,
so ein bisschen
ist halt immer der Gedanke,
der ist im Moment nicht
im Mannschaftstraining zum Beispiel,
der weiß nicht,
wie,
was wir im Training machen
und so weiter,
dieser Gedanke ist natürlich
unterbewusst immer dabei
bei den Spielern,
deswegen ist es,
bringt es jetzt auch nichts,
wenn ich dann auf einmal anfange,
hier alle zehn Minuten
irgendeine Ansage zu machen,
ja,
weil das muss man mit Gefühl machen
und dafür,
wie gesagt,
das ist,
das,
da gibt es kein Rezept dafür,
da gibt es kein,
kein Playbook oder so,
sondern das,
ich mache das eigentlich immer so,
wie ich es im Moment fühle.
Wie hast du das,
oder hast du das schon immer so gemacht,
du hast auch in dem Interview gesagt,
dass du immer schon Kapitän warst,
so ab der U9 bei 60,
du hast auch,
auch das hat mich überrascht,
in dieser Traumelf,
die du da aufgestanden hast,
Gabor Kiray,
in dieser Hinsicht sehr lobend erwähnt,
das ist jetzt einer von,
dem ich nie mit so einer Rolle
in Verbindung gebracht hätte,
weil ich mich wahrscheinlich
von Oberflächlichkeiten
wie einer grauen Jogginghose
einfach täuschen lasse
und denke,
ja,
das ist der Clown.
Ja,
aber,
ja,
wie lernt man das?
Nee,
also,
um die erste Teil der Frage
war das schon immer so,
bei mir absolut nein,
also,
gar nicht.
Ich habe eigentlich
bis die komplette Zeit
bei 60 eigentlich versucht,
diese Rolle perfekt auszufüllen,
ja,
also,
ich habe eigentlich immer,
ich habe mich für alles
verantwortlich gemacht
und verantwortlich gefühlt,
ich habe mich
bei Niederlagen
auch,
ja,
natürlich mir die Hauptverantwortung
gegeben,
als Kapitän
und du musst das
und du musst dies
und du musst jenes
und das habe ich
in den Interviews,
glaube ich,
auch gesagt,
dass ich an vielen Punkten
dann,
ja,
überfordert war auch,
ja.
Das ist,
wenn du das alles
auf dich ziehst.
Ja,
darf ich da ganz kurz,
ganz kurz einhaken,
weil tatsächlich
ich vor einiger Zeit
von Ronald Reng
dieses Buch gelesen habe,
wurde hier im Podcast
schon öfter mal
thematisiert,
der große Traum,
in dem er drei
Jugendspieler
auf ihren Weg
zum Profi
begleitet,
durch die NLZs,
zwei aus dem
FCN-NLZ,
einer von der
Spielvereinigung
führt,
einer ist Marius Wolf,
der Einzige,
der es dann auch
wirklich zu den
Profis geschafft hat,
die anderen beiden
scheitern dann irgendwie
am letzten Schritt
und Marius Wolf
ist ja auch ins
NLZ zu den
60ern
oder in die
Jugend zu 60
gewechselt
und da kommt
tatsächlich in diesem
Buch mal
Christopher Schindler
vor,
weil so beschrieben
wird,
wie schwer
sich alle drei
mit diesem Leben
im NLZ tun
und mit den
Herausforderungen
und nebenbei
noch in die Schule
und weg von den
Eltern und sowas
und dann kommt
Christopher Schindler
wird dann erwähnt
als,
der macht dann auch
noch ein 1er
1er Abi irgendwie
wo alle
alle staunen
die das
die das mitbekommen
und sich denken
wie geht es eigentlich
ich bin schon froh
wenn ich
wenn ich nach dem
Training irgendwie
nochmal von der Couch
runterkomme
und sowas
und
war gar nicht so einfach
wie es
wie es dann
auf die anderen
offenbar
gewirkt hat
die dich da
gesehen haben
ja
genau
es ist immer eine Sache
der Perspektive
ja
also ich
es ist immer
natürlich
bist du
mehr im Rampenlicht
als
als um das jetzt
auch mal
auf die
auf die Kapitänsrolle
irgendwie zu projizieren
von
die anderen
sehen dich nur von außen
ja
die wissen nicht
was in deinem Kopf
vorgeht
aber ich glaube
sie spüren schon
was er sagt
macht er das jetzt
weil er es sagen muss
oder weil es halt
die Position
oder die Rolle
von ihm
fordert
oder ist das
wirklich was
was er
was er fühlt
und wo er auch
dahinter steht
und das war was
das musste ich erst
lernen
ja
also ich muss dann
ich habe das wirklich
früher so
ja
jetzt fühle ich mich
eigentlich gar nicht so wohl
aber ich
sollte jetzt was sagen
weil ich glaube
das wird von mir erwartet
genau wie
wie Marius vielleicht
in dem Moment halt sagt
ähm
boah
ich
keine Ahnung
ich
ich
ich
vielleicht bin ich nicht
gut genug
oder vielleicht
was ist mit mir los
ja
und sich auch von anderen
so ein bisschen abhängig macht
ja
und sich auf andere guckt
und und denkt
was die von mir vielleicht erwarten
und was ich dann auch von mir erwarte
und zu lernen
dass das eigentlich
ja
dass du die Dinge vielleicht auch gar nicht machen musst
und dass es sogar
besser ist vielleicht
wenn du es nicht fühlst
nichts zu sagen
aber dafür wenn du in einem anderen Moment halt
was fühlst
ja
was fühlst
und sagst so
da kann ich jetzt helfen
dann kommt das automatisch
und dann sehen dich die Leute auch anders
automatisch
äh
als wenn du dann vielleicht eine Rede hältst
die nicht ankommt
weil die einfach nicht
weil du
weil du sie nicht authentisch rüberbringen kannst
und dann
wenn du den Raum verlässt
dann jeder über dich redet
und sagt was war denn das jetzt für eine Ansage
und ich glaube das ist eine ganz
ganz wichtige
Sache die ich gelernt habe
und da war halt auch
und da bin ich jetzt beim zweiten Teil
der Frage
mit Gabor Kiray
also
oh ja
die habe ich schon wieder vergessen
aber das ist eine Spezialität von mir
ja
kein Problem
also du bist absolut oberflächlich
da hast du recht
weil
Gabor war schon
ne das war
ne war eine Spaß beiseite
das war
also Gabor
ne tatsächlich
glaube ich ja
prägende
mit die prägendste
Persönlichkeit eigentlich
im Fußball
er war ein überragender Torwart
aber viel mehr als das war er
ja der hat dann auch
nach Spielen
wo wir verloren haben
hat der
im Kreis nur Schmarrn gemacht
und ich dachte mir so
der hat mich halt angesteckt damit
dann ist diese Leichtigkeit
wieder gekommen
auf einmal ist die Qualität
im Training besser geworden
ja und
im Nachhinein
ich bin halt ein Denker
habe ich mir das halt so
erklärt
dass diese Leichtigkeit
halt einfach durch solche
Situationen kommt
und das war
weil er das gefühlt hat
weil er gesagt hat
ich bin jetzt vielleicht
ja jetzt nicht mehr der Jüngste
aber ich kann halt
diese Lockerheit
diesen Spaß
wenn wir es brauchen
reinbringen
dann eine andere Situation
hat er beim Torschuss
hat er zwei Tore gefangen
die ersten zwei Schüsse
auf einmal hat er seine
Handschuhe ausgezogen
und geflucht
die ganze Zeit
hat nur noch mit seinen Händen
halt seinen
ohne Handschuhe gehalten
wo ich mir gedacht
halt so
auch ein bisschen übertrieben jetzt
ja
warum macht er das
aber du hast wirklich gemerkt
dass dann
dass dann dadurch
die Qualität im Training
oder dass das mit anderen Spielern
was gemacht hat
und das war glaube ich
weniger der Inhalt
von dem was er gemacht hat
sondern mehr
er fühlt das gerade
er ist authentisch
er macht das was er denkt
und wo er dahinter steht
und dann hast du eigentlich
keine andere Wahl
als ihm zu glauben
und das
ja
und dann halt versuchen
auch für deinen
Führungsspielern
einfach in die Presse zu springen
und
ja
er war halt auch
auf der anderen Seite
glaube ich auch immer einer
der
zu sich selber auch sehr hart war
und das bin ich auch
also
es gibt so viele Dinge
also
Leadership
und Führungsqualitäten
ist vielseitig
aber ich bin halt
der Meinung
dass du von anderen
nichts verlangen kannst
was du halt selber nicht
in die Waagschale wirst
und deswegen
ja
glaube ich
weil ich halt immer einer war
der hart an mir gearbeitet hat
und der
ist das halt schon
eine Art von
Grund
Grund
Authentizität
die
ja
der sich
dann die anderen
vielleicht nicht entziehen konnten
ja
weil sie gesagt haben
natürlich tut es mir auch weh
aber
er macht es halt auch
also muss ich es auch machen
und allein dadurch
ziehst du schon Leute mit
das sind aber alles Dinge
die du über die Jahre
und über die
ja auch Fehlschläge
vielleicht lernst
ja
weiß er das
weiß das
Gabor Kiray
was du für seine
was er für
deine Karriere
bedeutet hat
oder für deine
Entwicklung auch
als
Anführer
also ich hab
ich hab bis
bevor ich
nach England
gegangen bin
hatte ich regelmäßig
mit ihm Kontakt
hab ihn auch damals
also noch in Fulham gespielt
hab mich mal besucht
mit meiner Familie
aber
dass ich ihm das so
ins Gesicht gesagt habe
nee
ehrlich gesagt nein
nee
und vielleicht gibt es ja
in der Mannschaft
jetzt beim 1.15 Nürnberg
welche
die das an dir
so beobachten
das wäre schön
wenn ich nur jemanden
auch mit
jetzt einem Kilian Fischer
einem Tom Kraus
weißt du
wenn die
wenn wir junge Spieler
dazu bringen
dass sie
den nächsten Schritt gehen
dann schreibe ich mir das auch
auf die Autogrammkarte
weil das
das freut mich einfach
weil
die Jungs das verdient haben
weil die mitgezogen haben
und
und zuhören
und das ist cool
schreibt man dann am Ende
der Saison
einen Erstliga-Aufstieg
noch auf die Autogrammkarte
oder einen
Drittliga-Abstieg
es ist
wenn man sich die
Kommentarspalten
anschaut
in den sozialen Medien
und sowas
ist mal wieder Weltuntergang
ja
im ersten FC Nürnberg
du hast auch in diesem Interview
gesagt
du hast es damals bei 60
auch mal erlebt
wo ihr eigentlich aufsteigen wolltet
und dann ist alles ganz schwierig
geworden
wirst du
wir müssen langsam zum Ende kommen
weil du noch in eine Behandlung musst
und die natürlich wichtiger ist
als dieses
Gespräch mit mir
Quatschkopf
aber
ja
kannst du noch
ein bisschen
für
Optimismus sorgen
in diesem
Optimismus-Podcast
ja
natürlich
also ich bin
wie gesagt
ich bin lange Zeit
in meiner Karriere
habe ich
ja
oder ich sage mal
ich war in vielen Situationen
wo ich
am Abgrund stand
sportlich
wo wir gesagt haben
wo wir in fast aussichtslosen Situationen waren
und
auch das
ist so ein gewisser Lernprozess
der
den halt dann
den du durch machst
und
ich gehe immer positiv ran
an die nächste Aufgabe
ist immer positiv
weil wenn du
wenn du zu viel zweifelst
dann geht es sowieso schief
aber
ich glaube
ich glaube einfach
und da beneide ich dich nicht
dass du dir die
die Kommentarspalten
da
durchstüberst
ich habe das halt aufgehört
schon seit Jahren
das glaube ich immer nicht
wirklich
doch
100%
echt
ich
ich lese auch keine Zeitung
und gar nichts
okay
das ist schlecht für uns
weil
du könntest ja die Zeitung lesen
aber den Sportteil weglassen
das wäre doch ein Kompromiss
ja aber selbst da
in anderen Bereichen
ist auch schwierig
da weiß man ja gar nicht
was man glauben soll
ja
bei uns in der Zeitung
alles
ja
da machen wir
machen wir mal
einen anderen Podcast
genau
genau
bei euch ist alles
aber schafft man das wirklich
also ich meine
bei uns ist es ja wirklich auch so
dass unser Beruf
nicht in dem Maße wie eurer
aber auch öffentlich kommentiert wird
und mich interessiert das
dann manchmal einfach
und über manche Beleidigungen
kann ich sogar sehr gut
sehr gut lachen
manche treffen natürlich
aber über manche kann ich auch lachen
und manchmal denke ich mir
ja lese ich mal wieder
was die Leute so
drunter kommentieren
machst du wirklich gar nicht
gar nichts
gar nichts
soll ich dir
soll ich dir schnell was vorlesen
so
ein bisschen was
Kraus raus
mein Lieblingsding war heute
Kraus raus
ja
wo dann schon der
Trainernamen nicht mehr
richtig
richtig geschrieben wird
aber
ich werde auch schon
ich werde oft hier mit
das Highlight war
jetzt letzte Woche
war ich an Regensburg
im Stadion
ja
und bin dann rausgegangen
wo ich mit Tim angesprochen
Kevin gibt es oft bei mir
Kevin
ah ja Kevin Schindler
genau
Kevin und
Christian
also es gibt
alle möglichen
Namen die mir schon
gegeben worden sind
ja
aber
ja ne
also wirklich
ich
ich
ich lese das wirklich
nicht durch
weil
das für mich halt auch
diese Geschichte ist mit
in Niederlagen
nicht zu negativ
und dem Siegen auch nicht
so positiv
weil du gewinnst ein Spiel
dann sagt jeder
was weiß ich
vor ein paar Jahren
hat dir dann gesagt
ja Schindler muss in die
erste Liga
oder wo es in England
gut gelaufen ist
haben dann alle gesagt
ja du musst in die
Nationalmannschaft
oder du musst
hier und da
und das
unterbewusst
unterbewusst
berührt dich das
und
ich
das stimmt ja
nicht nur unterbewusst
mich berührt sowas
auch tatsächlich
aber
ich kann halt oft
noch drüber lachen
ja
und Lob kriege ich nicht
so
kriege ich nicht so viel
und jetzt einfach
du bist voll in die Pfanne
gehauen
oder halt ein bisschen
beleidigt
aber in die
Nationalmannschaft
wollte mich noch
keiner schreiben
ja
es ist gerade
in einem
Sport
wo du glaube ich
oder in einem
Berufszeug
wo du halt so
unter Druck stehst
und wo du eigentlich
wöchentlich so
unter Druck stehst
glaube ich
ist dir
ist die Kopf
ich glaube das geht
aus dem Podcast
oder der Unterhaltung
jetzt auch hervor
für mich ist der Kopf
entscheidend
also
solche Dinge
sind halt glaube ich
nicht gut für den Kopf
und das
ja
deswegen habe ich davon
Abstand genommen
aber ob das jetzt
für
für andere
wiederum
ein Problem ist
oder nicht Problem ist
die sagen halt
mir ist alles
alles wurscht
ich bin jetzt
nicht so
ein Denker
kann ich mir auch
vorstellen
dass es denen
überhaupt nichts ausmacht
sondern dass die
ja
dass sie das
gerne haben
oder auch brauchen
vielleicht sogar
bei mir ist es aber
nicht so
und es war aber auch
nicht so einfach
weil meine Mom
zum Beispiel
die
ja die liest da sehr viel
und hat dann auch immer
und hier und da bist du
und Kicker
und
dann wieder hier
hat jemand sehr nett
geschrieben und so
und ich versuche
ich sage dann
ich sage mir bitte nicht böse
aber ich
sage dann schon immer
ja ich weiß schon
du wirst das ja eigentlich
alles gar nicht hören
ja das ist
tatsächlich
wäre das noch
eines der Themen
gewesen
das ich mir vorab
vorgenommen hätte
wie das auch
ein Familienleben
verändert
wenn
wenn ein Kind
plötzlich
in so einen
prominenten Beruf
hineingespült wird
aber
also das heißt
die Mutter
liest sie es immer noch
oder
ja
ja
und gibt es nicht
gibt es nicht auch
in der
gibt es nicht auch
in der Kabine
dann
irgendjemanden
der dann immer
reinkommt
und sagt da habt ihr das schon gelesen
und da fordert jemand
Kraus raus
und da jemand
Kevin Schindler raus
und sowas
den man dann
zur Ruhe bringen muss
ja
ich befürchte dass ich ab jetzt
mehrmals auch Kevin Schindler
sagen werde in unseren Gesprächen
weil ich
sowas merke ich mir
ja ich weiß gar nicht
welche Zeitung das war
aber der Bericht wo ich gekommen bin
unter dem Bild
es war ein riesenbericht
eine Seite
und dann kam Kevin Schindler
ja
hoffentlich war es nicht
jetzt lache ich noch
aber wenn ich nachschaue
schau mal nach
vielleicht
habe ich das in die Welt gebracht
ne die gibt es
die gibt es auf jeden Fall
den Spieler
und klar
man lacht dann mit
aber
ja
ich bin nicht der
der aktiv
da drin ist
und die Sachen raussucht
ok
gut
jetzt habe ich eine Viertelstunde
ungefähr überzogen
dafür entschuldige ich mich
aber
ich könnte noch
ich könnte noch eine Stunde
aber ich sehe
die medizinische
Notwendigkeit
heißt das dann
Comeback in Sandhausen
oder
wollen wir hier nicht
zu viel
das kann ich nicht versprechen
also jetzt geht es erstmal darum
es kommt darauf an
wie schnell ich ins Mannschaftstraining
voll einsteigen kann
weil
wenn ich jetzt einen halben Tag
trainieren kann
voll
vor dem Spiel
bringt mir das auch nichts
weil du natürlich in zwei
drei Wochen musst schon was
aufholen
auch fitnessmäßig
deswegen kommt es jetzt
wirklich darauf an
wie schnell ich auf den Platz
zurückkomme
und mit der Mannschaft
voll trainieren kann
das kann ich im Moment
leider noch nicht sagen
ich drücke die Daumen
vielen Dank für dieses
sehr nette Gespräch
ich bin mir jetzt nicht ganz
ganz sicher
ob wir Optimismus haben
verbreiten können
oder ob wir in den
Kommentaren
die du nicht liest
ich aber schon
aufs Schlimmste beleidigt
werden für dieses Gespräch
ist mir egal
mir hat Spaß gemacht
vielen vielen Dank
mir auch
vielen Dank
ciao ciao
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