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Folge 283- Christian Mathenia - aus dem Krankenhaus in den Podcast

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Kein Gerch in dieser Episode

Aus der beliebten Reihe, was Menschen alles tun, um nicht bei Kadepp aufzutreten, haben wir heute die Christian Martegna Edition.

Als wir ihn im September 2023 eingeladen haben zum Live-Talk im Clubhouse mit der Sparkasse,

hat er kurz zuvor seinen Stammplatz bei Christian Fiel verloren und ist in den Urlaub verschwunden,

wurde dann durch Enrico Valentini ersetzt, was für Christian Martegna nichts ausgemacht hat,

weil man diese Ausgabe sowieso aufgrund der Tonqualität dann nicht mehr anhören konnte.

Und heute im Trainingslager dachte ich mir auch, man könnte sich mal wieder mit Christian Martegna unterhalten.

Und dann hat er das Vormittagstraining dazu genutzt, sich zu verletzen und im Krankenhaus zu verschwenden.

Aber es war offenbar nicht schwer genug, die Verletzung, weil jetzt sitzt er doch hier.

Vielen Dank.

Das stimmt.

Die ersten beiden Fragen, was ist passiert und wie geht's?

Eine typische Torhüteraktion.

Bin im Rasen hängen geblieben und da ist er mal kurz ausgerenkt.

Und ja, dann habe ich eigentlich eher gedacht, dass es eine Kapselverletzung einfach ist.

Und ja, habe ich dann schnell gesehen, dass der Finger relativ schnell anläuft und blau wird.

Und dann mussten wir auf Nummer sicher gehen, sind ins Krankenhaus gefahren, haben ein Bild gemacht.

Und ja, jetzt haben wir eine Diagnose, die ja jetzt nicht allzu schlimm ist.

Ja, also das heißt, du bleibst hier oder musst du jetzt nach Hause fahren?

Nein, nein, ich bleibe auf jeden Fall hier.

Wir gucken jetzt die Tage, wie das laufen wird.

Da gilt es ein paar organisatorische Dinge abzuhändeln, weil ich von unseren Ärzten den Rat bekommen habe,

beide Finger, also den Ringfinger und den kleinen Finger zusammenzutapen.

Und ja, dann muss der Handschuh aufgeschnitten werden und vielleicht kriege ich das ja mit meiner Handschuhmarke,

also mit Uhlsport.

Ich bin ja bei Uhlsport in der Vertrag.

Grüße.

Grüße an Uhlsport, genau.

Gute Werbung.

Erinnert mich daran, dass ich auch noch Werbung machen muss.

Vielen Dank dafür.

Da haben wir beides abgehändelt.

Ja, hast du noch mehr private Sponsoren, die wir jetzt einfach schnell erzählen können oder sowas?

Nee, Grüße gehen runter.

An sie das?

Nee, ja, mal gucken, ob wir das organisatorisch hinbekommen, dass die Jungs und Mädels da irgendwas herliefern,

dass ich es einfacher habe.

Und dann kannst du tatsächlich wieder auf den Platz trainieren auch?

Ich würde am liebsten heute Mittag schon probieren, ob es schon geht, aber jetzt haben wir schon gesagt,

ja komm, Chris, ein bisschen ruhig machst du noch und dann gucken wir morgen, wie es läuft.

Du warst tatsächlich schon mal in Kadepp, das war eine der ersten Folgen,

ist relativ lange schon her, ich glaube, so um die Folge 30 rum oder sowas.

Da ging es noch sehr um Fußball in diesem Format.

Das hat sich inzwischen ein bisschen geändert, aber da wurdest du auch gefragt,

natürlich von meinem Kollegen Sebastian Gloser, ob Torhüter ein bisschen verrückt sein müssen.

Und ja, wenn du heute Nachmittag wieder trainieren willst,

ich dachte tatsächlich, du fährst jetzt heim und machst dir daheim ein paar schöne Tage,

weil Fingerverletzung beim Torwart nicht gut.

Nein, mit einer Fingerverletzung auszufallen, hörst du nicht gerne als Torwart, definitiv nicht.

Da musst du schon durchziehen.

Hast du dann am Ende deine, ich glaube, bei Toni Schumacher war das so,

dass der am Ende komplett krumme Finger hat, zeig mal deine.

Auch nicht so schön, ne?

Naja.

Also, da habe ich krumme Finger.

Ah, okay, der linke Zeigefinger schaut ziemlich gut aus, aber das nimmt man.

Definitiv, Berufsrisiko.

Wer hat die hässlichsten Torwart-Hände, die dir jemals untergekommen sind?

Oh, tatsächlich Christian Wettklo.

Mit dem habe ich ja in Mainz zusammengespielt.

Da sind wir auch zusammen nach Darmstadt gewechselt.

Der hat die hässlichsten Hände, die ich jemals im Profifootball gesehen habe.

Falls der das hört.

Genau.

Aber er hat wahrscheinlich andere Qualitäten, die ihn als Menschen dann auszeichnen.

Definitiv, genau.

Ja, okay.

Ich wollte eigentlich die etwas provokante Einstiegsfrage stellen,

bevor du dann die Chance genutzt hast, da nochmal eine eigene Show draus zu machen.

Wie so ist, wenn man seine Karriere ein bisschen gemütlich austrudeln lässt?

Es ist tatsächlich, in diesem Trainingslager macht das nicht wirklich den Eindruck,

als hättest du den plantet.

Also, ich würde es machen, aber ich bin auch nicht Profifußballer und Profitorwart geworden.

Da ist schon noch sehr viel Ehrgeiz und sehr viel Arbeit auf dem Platz zu sehen.

Ich glaube, die Leute, die uns heute Morgen beim Training gesehen haben,

haben gesehen, dass da eine Torhütergruppe ist, die sehr, sehr hart an sich arbeitet.

Und gerade für den Torwart Papa, wie ich ja betitelt wurde.

Genau, von der Bild-Zeitung.

Grüße an die Kollegen auch.

Aber heute verteilen wir viele Grüße.

Gilt es natürlich da auch dran zu bleiben und auch ein Vorbild zu sein

gegenüber den jungen Mitstreitern und mit Karriere ausklingen lassen.

Da will ich gar nichts damit zu tun haben, weil ich es liebe, diesen Sport zu betreiben,

jeden Tag mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen, mich zu pushen,

aber auch meine Mitkonkurrenten eben zu pushen.

Und dementsprechend bin ich sehr ehrgeizig und freue mich jedes Mal,

wenn ich auf den Trainingsplatz gehe.

Darüber wollen wir sprechen heute.

Wir sitzen im Garten des Mannschafts, im sehr idyllischen Garten des Mannschaftshotels,

unter einem Apfelbaum.

Über Christian Martenja, über alles Mögliche wollen wir sprechen.

Aber jetzt machen wir erstmal Werbung für die Sparkasse.

Bis gleich.

Ich habe es angesprochen in der Einleitung, um gleich mal mit einem etwas komplizierten Thema zu beginnen.

2023, in der Saison 23, 24 hast du deinen Stammplatz verloren unter dem Trainer Christian Fjell.

Ich war am ersten Spieltag, glaube ich, der war in Rostock.

Und da saß ich vor der Partie auf der Tribüne mit René Müller, ehemaliger DDR-Nationaltorwart

und ehemaliger Trainer der zweiten Mannschaft, der da immer irgendwie ein bisschen scoutet,

glaube ich, für Borussia Mönchengladbach oder sowas.

Und mit dem habe ich mich vor dem Spiel unterhalten.

Und da hat er gesagt, die Torhüter werden ein Problem bekommen,

wenn Christian Fjell sein System nicht ein bisschen anpasst.

Dass das in Dresden, als Fjell dort Cheftrainer war,

und René Müller kennt sich auch dort aus, ähnlich war.

Ja, und er hat gesagt, er darf nicht so starr an diesem Ansatz festhalten.

Okay.

Hat er trotzdem gemacht, ne?

Ja, steht zu seiner Taktik, steht zu seiner Art Fußball eben, die er verkörpert.

Und dementsprechend ab dem ersten Tag war es natürlich gang und gäbe,

dass der Torwart fußballerisch zockt, ja.

Ja.

Wie sehr hast du dich darüber gefreut?

Ich habe mich erst mal sehr darüber gefreut,

weil ich nach meiner langen Verletzung endlich mal erst auf dem Platz stehen konnte.

Und dementsprechend war es mir egal, was der Trainer gesagt hat,

weil ich mich einfach sehr gefreut habe, wieder auf dem Platz zu stehen.

Aber ich hatte die Situation unter Thomas Tuchel damals auch, bei Mainz 05.

Da war mein U19-Trainer und habe mich dann ja auch mit hochgezogen zu den Profis.

Und da war es auch so, dass der Torhüter schon fußballerisch zocken sollte.

Habe ich dann auch ganz gut hinbekommen.

Und danach die Jahre hatte ich dann nur Trainer, die gesagt haben,

Chris, du hast einen guten Hof.

Klopp den einfach mal nach vorne.

Dementsprechend hatte ich, keine Ahnung, eine siebenjährige Pause mit dem Fußballspielen.

Und ja, war auf jeden Fall eine Gewohnheitssache einfach.

Musste sich dran gewöhnen.

Und Fakt ist natürlich auch, als Torhüter hast du zehn Spiele auch noch dazu,

die sich auch zeigen müssen unter höchstem Druck.

Du musst dich als Torwart trauen, auch die Bälle da reinzuspielen.

Gab es ja auch eine Situation damals mit Geisi gegen Hannover,

wo wir beide ja auch so ein bisschen, oder ich explizit ja auch ein bisschen,

dann auch das Tor zugeschoben bekommen habe.

Aber das war damals dann intern auch schon so geklärt,

dass wir beide unsere Aktien da dran hatten.

Und ja, das ist nicht nur eine One-Man-Show, wo du sagst,

ja, der Torhüter muss jetzt spielen,

sondern es gehören ja auch noch zehn Spieler dazu,

die sich zeigen müssen, wenn du so ein Fußball spielst.

Das ist tatsächlich so.

In der Öffentlichkeit war es dann eine One-Man-Show.

Und da nehme ich mich und uns in diesem Podcast überhaupt nicht aus.

Es haben sich alle auf Christian Martegna damals fokussiert

und haben gesagt, das geht nicht mit Christian Martegna.

Karl Klaus ist der bessere Fußballspieler und sowas.

Und da ich immer ein bisschen brauche, bis ich Dinge verstehe,

tut mir das sehr leid.

Und es war ja tatsächlich so, dass ganz offensichtlich auch die Mannschaft,

weil du auch unter anderem diese Szene in der Geistern, glaube ich,

die rote Karte auch bekommst, oder?

Dass offensichtlich auch die Feldspieler noch nicht bereit waren

für diese Art Fußball oder mehr Zeit gebraucht hätten, oder?

Ja, definitiv.

Also wir sind ja jetzt gerade hier im Trainingslager

und wir hatten letztes Jahr die Situation ja auch so,

dass Miro neu kam und ja auch seine Art von Fußball uns gezeigt hat.

Und das hat mich die ganze Karriere immer gelehrt,

dass wenn du einen neuen Trainer hast,

du brauchst nicht nur diese vier Wochen Vorbereitung,

du brauchst eindeutig einen längeren Zeitraum.

Das kann auch mal bis zum Winter hineingehen,

wo du einfach sagst, ey, du brauchst verschiedene Anpassungen,

wo du dich dann auch untereinander verstehst als Mannschaft.

Und wir kamen genau in diese Phase rein, finde ich.

Du warst am Anfang, der Fielo kam neu.

Natürlich haben einige Spieler ihn schon gekannt

durch die Amateurmannschaft,

aber für den großen und ganzen Teil war das einfach so,

dass er komplett neu war mit der Art von Fußball.

Und deswegen hat es seine Zeit gebraucht.

Und so die ersten Spieltage, auch so mit diesem Fehler mit Geysi,

aber auch danach so diese Unsicherheiten teilweise,

sind auch darauf zurückzuerklären.

Und ja, das ist immer so im Fußball.

Das war letztes Jahr auch so.

Wir sind letztes Jahr mit Miro auch schwer in die Saison gestartet,

haben dann ein Turnaround geschafft.

Aber du brauchst einfach Zeit, um dich aneinander zu gewöhnen.

Das spricht ja dann erstmal,

bevor ich dann zur eigentlichen Frage von dem Komplex noch komme,

spricht ja dann erstmal gegen Trainerwechsel im laufenden Spielbetrieb.

Ja, es gibt aber auch natürlich,

die Trainer hatte ich ja auch in meiner Karriere das häufiger,

weil meine Karriere ja eher geprägt war von Abstiegskampf

als von irgendwie Aufstiegskämpfen oder Meisterschaften.

Deswegen hatte ich ja auch so öfters mal die Feuerwehrmänner,

die klassischen.

Und die bringen auch einen nötigen Zug rein.

Und deswegen, das kann auch funktionieren.

Aber wenn du vor der Saison einen neuen Trainer hast,

dann musst du dich gewöhnen.

Du bist nicht im aktuellen Spielbetrieb richtig drin.

Nimmst du das irgendjemandem übel diese Zeit?

Dem Trainer Christian Fjell oder dem Journalisten Fadi Keblavi

oder anderen Menschen, die da kritisiert haben?

Weil seitdem ist es ja de facto so,

bist du nicht mehr die Nummer 1 beim 1. FC Nürnberg.

Um Gottes Willen.

Im Endeffekt bin ich derjenige, der auf dem Platz steht,

der darüber entscheidet, ob es ein guter Tag wird,

ob es ein schlechter Tag wird.

Klar, du bist ein Mannschaftssport,

hast, wie ich es schon gesagt habe,

hast nochmal 10 Feldspieler dazu,

die du auch brauchst, die auch performen sollten.

Weil alleine kriegst du es auch nicht hin.

Aber im Endeffekt bist du der Selbsthandelnde.

Und ja, wenn du deinen Job gut machst,

dann bekommst du gutes Feedback,

wenn du deinen Job schlecht machst.

Ist das Echo auch so.

Klar war es teilweise dann so,

dass gerade zu dieser Phase am Anfang

ich schon das Vertrauen von draußen

vielleicht nicht so gespürt habe,

dass einfach so gesagt wurde,

ach, der Martenia, der ist so ein bisschen

der Oldschool-Torwart.

Auslaufmodell.

Genau, der kommt aus einer ganz anderen Generation,

der kann kein Fußball spielen.

So in dieser Ecke wurde schon ein bisschen

hineingestellt, weil ich glaube,

wenn man mich jetzt hier auch im Trainingslager

in den Spielformen sieht,

würde ich jetzt behaupten,

ich bin nicht viel schlechter

als meine Jüngeren am Ball.

Ein bisschen früher müde vielleicht.

Das liegt wieder an anderen Sachen.

Aber ja, ich denke schon,

dass ich kicken kann.

Aber damals war es auch,

wie ich schon gesagt habe,

aufgrund auch von der gesamten Mannschaft

auch in der Saison.

Aber diesen Kurzurlaub hat es dann doch gebraucht,

um mal wieder klarzukommen?

Nach Kaiserslautern meinst du?

Ja.

Ja, man muss halt dazu sagen,

ich bin in Mainz geboren.

Kaiserslautern ist jetzt nicht so

meine Lieblingsmannschaft,

mein Lieblingsverein.

Und das Spiel ist mir neben dem Derby

gegen Fürth als zweites Derby

dann doch sehr, sehr wichtig.

Und deswegen war ich einfach nur enttäuscht.

Und Fjello, das war jetzt irgendwie

nicht ein Wille von mir,

dass ich mir damals,

als ich jetzt zu Fjello hingegangen bin,

habe gesagt, du,

ich brauche jetzt mal drei Tage Bedenkzeit.

Sondern er hat mir das angeboten,

weil da auch privat ein paar Sachen waren,

familiär.

Und deswegen habe ich dann einfach auch immer

drei Tage gebraucht.

Und das hat gut getan.

Und danach war ich die Nummer zwei.

War keine einfache Situation natürlich,

weil ich den Großteil meiner Karriere gespielt habe.

Aber ja, war was Neues.

Habe mich dem gebeugt

und habe versucht,

trotzdem in dieser Rolle alles zu geben.

Und habe das ganz gut ausgefüllt, denke ich.

Es fängt das Regnen an,

aber wir bleiben mal zuversichtlich.

Romantisch.

Ja, es ist tatsächlich wir alleine.

Fehlt nur noch ein Schnitzel.

Genau.

Das ist tatsächlich ein Gedanke,

den ich hatte.

Du hast gesagt,

du warst eigentlich immer Nummer eins

und sowas.

Wie schwierig ist so eine Situation

dann fürs Ego?

Wie sehr muss man gedanklich,

weil inzwischen ist es ja so,

du bist der Torwartpapa

und fühlst diese Rolle sehr selbstverständlich.

und so wie ich als Laie das interpretiere,

auch sehr gut aus.

Aber wie kriegt man diesen gedanklichen Schritt hin?

Ja, jetzt ist mal,

wahrscheinlich stehe ich weniger in der Öffentlichkeit,

was manche vielleicht sogar freut.

Aber ich habe nicht mehr,

du warst sehr oft bei uns in der Mixzone,

bei den Journalisten,

nach dem Spielen hast du erklärt und sowas.

Vielleicht leidet auch der Stellenwert

in der Mannschaft zu unmerklichen bisschen,

weil man eben nur noch die Nummer zwei ist.

Wie kriegt man das hin?

Das stelle ich mir.

Und ich bin jetzt nicht besonders ehrgeizig.

Das ist eine ganz einfache Antwort.

Du musst einfach Mensch sein.

Du bist,

also was ich immer von den Neuzugängen

auch so fordere,

ist,

dass jeder so ist in der Kabine,

wie er halt ist.

Und es bringt nichts,

irgendwie was vorzulügen.

Und so bin ich schon

meine ganze Karriere gefahren.

Und ich habe immer den Leuten das gesagt,

was ich denke,

auch wenn es unangenehm ist.

Und da eckst du natürlich mit dem einen oder anderen auch mal an.

Aber ich finde,

im Mannschaftssport ist es wichtig,

dass du Reibung hast.

Und weil am Ende des Tages geht es ja auch darum,

das Spiel zu gewinnen,

eine gute Saison zu spielen,

im Großen und Ganzen.

Und für mich war das immer einfach wichtig,

dass ich einfach ein Mensch bin,

der sehr empathisch ist,

der die Jungen auch,

also man muss dazu sagen,

ich komme aus einer anderen Generation.

Früher bin ich in die Profikabine von Mainz 05 gegangen.

Und erst mal nicht stehen gekommen.

Genau.

Bin erst mal auf die Physiobank

und dann kam halt Nicole Czinoveski

und habe mich erst mal runtergetreten.

Und ich habe mir halt gedacht,

nee, das will ich später nicht sein.

Weil jeder,

ich finde,

jeder, der da drin in unserer Kabine ist,

hat das Recht eben,

genauso behandelt zu werden,

wie der alte Spieler.

Und das lebe ich jeden Tag vor.

Und ich glaube,

deswegen hat mein Stellenwert innerhalb der Mannschaft,

warte nochmal kurz,

hat mein Stellenwert innerhalb der Mannschaft,

auch wenn ich jetzt nur die Nummer 2 bin,

hat sich da nichts dran geändert.

Ja, den Eindruck habe ich inzwischen auch.

Aber ich dachte mir so,

in dieser Übergangsphase

ist es vielleicht dann manchmal schwer,

zurück in die Kabine zu kommen

und so die Blicke der anderen

und man weiß,

er kennt die Gedanken der anderen nicht.

Natürlich.

Was die sich denken,

Martenia rasiert oder sowas.

Ja, klar.

Aber im Endeffekt

war ich nie ein egoistischer Typ

und das werde ich auch nie sein.

Und für mich steht dieser Verein im Vordergrund.

Ich habe damals

einen langfristigen Vertrag unterschrieben,

wo ich mir geschworen habe,

dass ich für diesen Verein alles geben werde,

weil ich den Verein in der Phase,

auch wenn ich erst ein Jahr da war

und abgestiegen bin,

schon habe lieben gelernt.

Und deswegen gilt es eben auch da zu sein,

wenn du nicht spielst.

Das ist klar.

Ja.

Hättest du es wirklich,

als wir 2018 waren,

wir auch gemeinsam hier in Südtirol

und haben mein erstes Video-Interview

Vom Bus, das weiß ich noch.

Vom Bus, genau.

Gemacht.

Und du hast damals sehr oft

vom Spaß gesprochen,

den der Job in Nürnberg macht.

Hättest du trotzdem,

ist manchmal auch eine Floskel,

jetzt im Nachhinein glaube ich es dir,

aber hättest du gedacht,

dass es jetzt dann sieben Jahre werden

beim ersten FC Nürnberg?

Nein, hätte ich nicht gedacht.

Ist schon wirklich eine lange Zeit.

Ich habe heute nochmal nachgeschaut.

Vor vier Jahren hat Hanno Behrens

den Verein verlassen.

Ich dachte, das war gestern.

Ja, und wenn man es jetzt,

also Walle war nach seinem Comeback

aus Karlsruhe,

auch sieben Jahre da, glaube ich,

oder acht Jahre.

Ja.

Acht Jahre.

Genau.

Der hat die Aufstiegssaison mitgemacht.

Ja, schon eine Wahnsinnszeit einfach.

Aber das hat mir auch gezeigt,

wie wir uns als Familie auch wohlfühlen.

Ja.

Sportlich hätte ich mir definitiv,

also ich rede über die Vergangenheit,

kann ja alles noch kommen,

hätte ich mir definitiv gewünscht,

dass wir viel konstantere Saisons

gespielt hätten.

Wo wir ja auch Erfolg gehabt hätten.

Aber im Endeffekt habe ich mich privat,

das in allererster Linie,

weil mir das natürlich sehr wichtig ist,

mich sehr, sehr wohl gefühlt.

In Nürnberg fühle ich mich natürlich immer noch.

Und der Verein gibt mir halt so viel,

auch in den Gesprächen mit den Leuten,

die um die Mannschaft herum arbeiten.

Ja.

Hast du dir zwischendrin mal Sorgen gemacht

um den Verein in all den Jahren?

Ja.

Ich habe gestern tatsächlich einen Podcast

mit Robert Klaus gehört.

Der Verein, es wird immer stärker.

Wenn du es nicht mehr aushältst,

gehen wir da runter.

Aber ich finde es eigentlich noch okay.

Hier passt schon.

Ja.

Der in einem Podcast von Wiener Kollegen

sehr ausführlich auch über die Zeit in Nürnberg gesprochen hat.

Auch mit sehr viel Dankbarkeit.

Aber eben auch gesagt hat,

der Verein war mehr oder weniger tot,

als er da übernommen hatte,

nach dieser Ingolstadt-Relegation und sowas.

Und dass es da schon wirklich schwierig um den Verein stand,

also das war auch dein Empfinden.

Das hast du natürlich auch in der Kabine gemerkt.

Also es war halt komplett alles nur geprägt von Unruhen,

geprägt von,

also wenn wir jetzt mal zurückdenken,

ich bin jetzt sieben,

gehe jetzt in meine siebte Saison

und wie viele Trainer hatte ich?

Das ist schon zweistellig.

Ja.

So.

Und wie viele Sportvorstände habe ich?

Das ist drei, vier.

Warte mal, Bornemann.

Nee, Bornemann.

Ja, Palikutscher.

Dann Hacking.

Hacking und jetzt Joti.

Und da sieht man ja auch schon,

wie unruhig es eben in dieser Zeit war.

Und das hast du natürlich auch in der Kabine gemerkt.

Also du hattest natürlich in der Kabine auch immer Gesprächstremen,

die halt komplett vom Fußball irgendwie weg waren.

Also wenn ich jetzt in die Kabine gehe

und da wird sich nur über Fußball unterhalten,

über das, was wir machen, was wir vorhaben.

Natürlich auch über Randnotizen,

wo du sagst,

okay, das sind Themen,

die der ganze Verein beschäftigt.

Aber es ging nicht darum,

ja, wann wird der rasiert,

wann wird der rasiert,

wann ist der nächste Woche noch da.

Diese Themen gibt es halt nicht mehr.

Und ich glaube,

diese Konstanz musst du in diesen Verein reinbringen,

weil sonst hast du früher oder später keine Chance,

irgendwie das aufzuholen,

was die anderen Vereine eben an Vorsprung haben gegenüber uns.

Aber sowas kann man dann auch als reflektierter,

erfahrener Spieler in der Kabine nicht verhindern,

wenn sowas aufkommt.

Nein, das belastet dich ja auch selber.

Das ist ja auch klar.

Also du arbeitest mit Leuten zusammen,

wo du auch eine Beziehung aufbaust.

Natürlich kannst du mit dem einen besser als mit dem anderen.

Also klar, Menschen sind unterschiedlich,

aber wenn du natürlich immer stetige Wechselungen hast auf Positionen,

wo du dann auch Beziehungen dazu hast,

dann macht das natürlich was mit einem.

Und das war jetzt immer so in meiner Phase jetzt in Nürnberg,

dass ich mich irgendwie an jemand anderen anpassen musste.

Und das ist mein größter Wunsch für diesen Verein,

dass das einfach irgendwie Konstanz da reinkommt,

weil das einfach, wie ich schon gesagt habe, sehr wichtig ist.

Wie führt man denn so eine Mannschaft in der Kabine?

Auch in diesem Podcast, ich glaube, No-Go heißt er,

man muss immer den Namen nennen,

aber ich bin mir nicht mehr ganz sicher,

da hat Robert Klaus wirklich sehr offen gesprochen

und unter anderem über Erik Schuranoff.

Und er hat gesagt, Erik Schuranoff war ein Top-Talent,

seine ganze Karriere faul.

Bis er zu euch gekommen ist,

das erste halbe Jahr oder sowas,

und sich anstrengen musste.

Da hat er gearbeitet, hat er gesagt,

und danach war er wieder faul.

Und jetzt wechselt er in die dritte Liga nach Schweinfurt.

Sieht man das auch als Mitspieler

und spricht dann mal drüber und sagt,

du bist so talentiert, schmeiß es halt nicht weg?

Also zum Beispiel Schuranoff war Walle sein Projekt.

Okay.

Wo du sagst, der Walle war sehr...

Also nicht aufgegangen, grüße an Enrico Valentini.

Da hört die Familie manchmal rein in diesen Podcast.

Nee, Walle war sehr, sehr eng mit Schuranoff und hat sehr viel mit ihm auch gesprochen,

was das Fußballtaktische natürlich angeht, was er am Trainingsplatz braucht,

aber auch so was den Ehrgeiz und die Mentalität angeht.

Und da war Walle halt für Schuranoff sehr, sehr wichtig.

Und ich glaube auch, dass aufgrund Walles Performance in der Hinsicht,

Schuranoff auch eine gute Rolle bei uns in der Kabine gespielt hat.

Aber wie bekommst du so eine Mannschaft zu...

Ja, das ist ein strenger Strafenkatalog.

Das ist das Wichtigste.

Welcher ist denn?

Ist der von Miro Klose jetzt der strengste im Moment von allen,

die du bisher in Hamburg hattest?

Nicht der strengste, was die Zahlen angeht, aber der ausführlichste.

Okay.

Wie viele Seiten hat das Protokoll?

Es ist die ganze Seite lang,

aber auf Schriftgröße 0,5.

Nee, ja.

Ich glaube, das ist wichtig,

dass du gewisse Regeln hast in der Kabine,

wo sich jeder dran halten muss.

Muss, ich sage muss,

weil das Dinge sind, die in der normalen Welt,

in der normalen Welt,

in dem privaten Bereich selbstverständlich sein sollte.

Und deswegen gelten die bei uns auch.

Und das ist sehr, sehr wichtig,

dass jede Einzelne da auch sich dran hält.

Ja.

Musst du viele Strafen zahlen eigentlich?

Ich würde mal sagen, nein.

Nein.

Nee.

Nö.

Ich bin der Kassenwart.

Ah, okay.

Wenn ich streiche, ich mir kurz weg.

Wo läufst du am größten Gefahr,

Strafe zahlen zu müssen?

Oh, ich habe jetzt letzte Woche,

als wir noch am Falze waren,

habe ich eine Flasche stehen lassen.

Okay.

Wir haben es jetzt dieses Jahr so eingeführt,

dass jeder Spieler seine Flasche nummerieren muss.

Okay.

Weil es in der Vergangenheit so oft vorgekommen ist,

dass die Flaschen überall irgendwie rumstanden.

Und haben da schon ein bisschen

geben da schon ein bisschen Acht drauf.

Okay.

Da durfte ich fünf Euro zahlen.

Okay.

Es ist fünf Euro.

Naja.

Das geht, oder?

Ja.

Schnitzel, teuerweise.

Ja.

Ich habe mich da drüber tatsächlich mit Robin Knoche

jetzt gerade auch schon unterhalten,

dass es ja doch einigermaßen absurd ist,

im Beruf Profifußballer,

dass man jedes Jahr sehr, sehr viele neue Kollegen hat

und viele alte Kollegen gehen oder sowas.

Erst mal zu den alten Kollegen.

Wie sehr vermisst man Enrico Valentini?

Wie ist der?

Am ersten Abend 45 Minuten telefoniert

hier im Trainingslager.

Okay.

Ja, wir haben uns direkt per FaceTime angerufen

und haben, ja.

Er wäre am liebsten wahrscheinlich auch wieder hier, oder?

Ja.

Er hat schon mir angeboten, mal vielleicht

vorbeizukommen auf eine Tasse Kaffee.

Also er muss ja die U14 trainieren.

Also ich habe vor kurzem tatsächlich ihn dann,

als ich im Offenfall Zerweyer war,

habe ich ihn mal hinterlaufen sehen mit der U14

und dachte mir, das ist auch wirklich ein ungewohntes Bild.

Traust du ihm das zu?

Ja, definitiv.

Boah.

Ja.

Also er ist der geborene Trainer.

Also der hat, fachlich hat er erst mal sehr, sehr viel drauf.

Also das habe ich jetzt auch die ganzen sieben Jahre

immer kennengelernt, wo du einfach sagst,

ey, der gibt dir auch nochmal andere Sachen dann einfach.

Und deswegen, ja, hat auch das erste,

muss an seinem ersten Arbeitstag in die Kabine gekommen sein,

zu U14.

Und hat das nur einfach an der Massagebank getreten.

Nee, das geht nicht.

Haben wir am darauffolgenden Samstag ein Tässpiel gegen Fürth gehabt.

Okay.

Ein Terby.

Sein erstes Terby als Trainer.

Ah, ja, ja.

Und?

Und am ersten Tag ist er schon hingegangen,

hat er gesagt, nächste Woche das wichtigste Spiel

für die nächste Zeit.

Und dann hat das Terby erst mal gewonnen.

Okay.

Grüße gehen raus in die U14.

Ja, das ist ein guter Einstieg mit einem neuen Trainer.

Und wie begegnen wir den neuen Kollegen?

Ja, offen.

Ist das nicht kompliziert, wenn man sich denkt,

als habe ich mich an die eine Gruppe gewöhnt,

jetzt weiß ich gerade endlich, wie der Zimas tickt

und was Emreli für Macken hat und sowas.

Was mir ein bisschen zu schaffen macht,

ist, dass ich jetzt doch vermehrt Englisch sprechen muss.

Uns auch.

Ja.

Wir hatten gestern Lochoschewili zum Gespräch.

Gleiches Zeit, genau.

Ja.

Aber der macht es souverän,

im Gegensatz zu mir und dem Kollegen Kieler von der Bild-Zeitung.

Dann wissen wir ja, woran wir noch arbeiten müssen.

Ja, wir können den Podcast auch auf Englisch weitermachen.

Ja, no, no.

Nee, also das ist ja, ich habe es glaube ich schon zehnmal gesagt,

das ist ja so einfach.

Ich dachte, das ist voll die originelle Frage.

Die ist nichts Neues, Fadi.

Ja, das ist ja ganz einfach, in so einer Mannschaft reinzukommen.

Und weil gerade, wenn du schon eine funktionierende Truppe bist,

mit solchen Charakteren, die du bei uns drin hast,

ist es als Außenstehender so einfach, bei uns reinzukommen.

Und die Jungs geben sich auch immer alle Mühe.

Das muss man auch dazu sagen.

Wenn ich Noah sehe zum Beispiel als Beispiel,

der kommt halt rein und wir sitzen halt alle am Frühstück

und dann kommt er rein und versucht direkt mit uns ins Gespräch zu kommen.

Das sind halt so Dosenöffner, sagen wir mal so,

die halt schon sehr wichtig sind und die dann auch sehr viel bringen.

Aber es ist im Großen und Ganzen so einfach.

Das war bei mir damals auch so.

Also das heißt, das ist bei Fußballprofis einfach so,

weil sie nichts anderes gewinnen.

Und verbindet ja die gleiche Leidenschaft auch.

Und das gleiche Ziel und jeder hat seine privaten Ziele.

Und da weiß man natürlich,

dass eine gut funktionierende Truppe eben da sein muss.

Und natürlich gibst du da ab Tag 1 dann auch Gas,

dass das Zwischenmenschliche stimmt.

Und was passiert, wenn man nach drei Wochen oder im Trainingslager feststellt,

dass da keine Harmonie da ist,

dass da ein Arschloch dabei ist,

um es mal milde zu vermitteln?

Aber die braucht es ja auch im Fußball.

Ja, die braucht es auch im Fußball.

Aber wenn man mit denen dann wirklich jeden Tag in der Kabine hoffen

und sich denken, Alter.

Ja, aber das sind meistens die,

die dann draußen, wenn es mal Probleme gibt auf dem Platz,

das sind dann die, die dann vor dich springen

und die dann für dich einstehen.

Und das ist auch wichtig in der Kabine.

Und ja.

Also das heißt, ich muss jetzt mal darauf achten,

wer dann auf dem Platz Verantwortung nimmt.

Dann kann ich sagen, okay, charakterlich.

Charakterlich.

Komplatte Liebe.

Gut.

Gute Formel.

So schlimm ist es nicht.

Nein, aber das sind ja auch,

also die braucht es auch im Fußball.

Ja.

Es wäre ja langweilig, wenn wir alle gleich wären

und alle weichgespülte Ja-Sager.

Ja.

Also es gehören ja auch die dazu,

die auch mal Nein sagen

und auch mal dagegen, irgendwas dagegen haben.

Aber gab es immer jemanden,

egal ob in Nürnberg oder anderswo,

wo du das hast, als der dann gegangen ist?

Ja, geil.

Schön.

Boah, letztes Jahr, muss ich ehrlich sagen,

ab und zu mit Mahi ja auch ein paar Themen gehabt.

Das ist ja auch schon ein bisschen publik geworden.

Und deswegen, spoiler ich ja nichts,

rede aus der Kabine.

Aber am Ende des Tages ging es,

wie ich es eben gerade gesagt habe.

Ist er dann auf dem Platz nach vorne gesprungen.

Genau, ist er nach vorne gegangen,

hat sich vor die Mannschaft gestellt,

hat in allererster Linie auch seine Leistung gebracht im Spiel.

Ja.

Und dann profitierst du als Mannschaft.

Und ja, zwischenzeitlich habe ich mir schon so gedacht,

puh, schwieriger Kerl.

Aber am Ende habe ich mich dann auch,

wenn man das Bild sieht in Kaiserslautern,

wie ich mich für ihn freue,

dass er das Tor schießt.

Hat natürlich auch hier Kaiserslautern-Wives wieder.

Das war ein Derby-Sieg.

Aber ja, das gehört dazu.

Und dann war es jetzt nicht so,

dass ich am Ende gesagt habe,

als er nach Lautern gewechselt ist,

gut, dass er weg ist.

Wie war Stef Ziemers in der Kabine?

Von dem hat man den Eindruck,

den kann man gar nicht nicht mögen irgendwie.

Oder ist das...

Nee, war auch so einer,

der ab Tag eins komplett drin war bei uns in der Mannschaft.

Und ja, sehr ehrgeiziger Spieler,

der auch wirklich viel im Kraftraum macht,

der viele Sachen auch versucht für sich herauszufinden,

was er besser machen kann.

Also gefühlt habe ich Miro und Stefanos

jeden Tag beim Videoanalysen reden,

was kann man besser machen.

Auf dem Platz die Fußhaltung irgendwie verbessern lassen.

Genau, also da geht es ja wirklich ins kleinste,

aber auch kleinste Detail rein.

Und ja, das macht es aber am Ende des Tages,

macht es den Unterschied.

Und jetzt freut man sich natürlich für ihn,

dass er so einen Wechsel hingekriegt hat.

Ja, und noch ein bisschen Geld.

Und wir trauern ihm hinterher.

Genau.

Und nehmen das Geld.

Was macht man denn als Torwart-Papa?

Was meinst du, privat?

Nee, also als Torwart-Papa,

wie kümmerst du dich um die jungen Wilden?

Boah, erst mal...

Ist das erst mal,

so mein Eindruck,

ist es erst mal im Training tatsächlich auch sehr vorangehen.

Also zu zeigen,

dass man die Übungen

und sei es nur die Mobilisierung

so am Anfang auch wirklich ernst nimmt.

Ja, natürlich.

Also jeden Tag ein Vorbild sein.

Ich glaube, das ist das größte Stichwort,

was du sagen kannst.

Weil, also was soll ich von den Jungs fordern?

Oder ja, fordern, wenn ich es selbst nicht mache.

Ich kann jetzt nicht zum Robin hingehen

oder zum Jan,

ja, mach mal die Übung

vielleicht nächstes Mal da ein bisschen besser,

wenn ich halt selbst nicht performe.

Und deswegen geht es...

Das machen ja eigentlich wir.

Also das ist ja unser Job,

zu sagen, mach mal besser,

ohne dass wir es vormachen.

Ja, nein,

ich gehe halt in jeglicher Hinsicht voran.

Und gerade jetzt auch mit Jan,

weil er jetzt natürlich das beste Beispiel ist

von der letzten Saison.

Ich versuche natürlich über Gespräche

sehr, sehr viel mit ihm zu reden.

Gerade in Phasen,

wo es jetzt nicht gut lief.

Und er hat ja auch mal eine kleine Delle gehabt,

die bei jedem Tor war,

die ja auch normal ist.

Und da habe ich ihn ein bisschen...

Oder ich habe mich dann in ihm

so ein bisschen wiedergesehen

und dann auch gesehen,

wo ich dann damals beim HSV gespielt habe,

hatte ich ja auch dieselben Probleme

und war dann in einem ähnlichen Alter.

Und dann habe ich einfach meine Erfahrung genutzt

und dann hat man halt mit ihm gesprochen.

Und das hat ihm am Ende des Tages sehr gut getan.

Und ich habe das dann auch bewusst

beim Warm-Up,

ich weiß gar nicht,

vor welchem Spiel das war,

beim Warm-Up benutzt,

weil ich da, glaube ich,

den Zugang am größten hatte.

Okay, weil?

Ja, weil du einfach dann im Spiel drin bist.

Du bist so fokussiert.

Und ich habe dann gemerkt,

so nicht,

dass er jetzt ein bisschen überpacet,

weil wenn du als Torwart überpacet,

dann kommt meistens nie was Gutes raus.

Und dann habe ich ihn versucht,

halt ein bisschen Lockerheit von mir zu geben.

Das heißt ja,

ich habe ihm jetzt nicht

den Witz des Tages erzählt.

Ich habe ihn halt ein bisschen erinnert,

wie das bei mir damals war.

Und dass er alles außenrum ausblenden soll

und sich nur auf seine Sachen fokussieren soll.

Aber das sind ja dann solche

dann doch eher tiefgründigeren Gespräche

gibt es dann auch noch kurz vor Anpfiff.

Ja, klar.

Ja, okay.

Und ist ja einer, der zuhört,

er macht den Eindruck.

Ja, ja.

Er hat ja eigentlich auch eine kuriose Karriere,

weil er, ich glaube,

erst mit 14 als Torwart begonnen hat.

Das ist ja eigentlich ein bisschen spät.

Sehr spät, ja.

Sehr spät.

Also wenn ich mir vorstelle,

Mainz mit 14 hatte ich schon

dreimal in der Woche gefühlt Torwarttraining.

Ja, okay.

Und er hat es dann erstmal, glaube ich,

auch alleine mit seinem Vater

der Übungen nachgekommen.

Ja, unglaubliche Geschichte.

Und das ist ja auch so,

er ist so demütig und so dankbar,

dass er diesen Traum einfach jetzt leben darf.

Und deswegen ist er mir auch dankbar,

dass ich ihm so den Rücken halt frei halte.

Ja.

So, und ich glaube,

diese Kombi ist schon sehr wertvoll für uns,

für uns beide,

oder für unser Torwart-Team,

aber auch für die Mannschaft

und für den Verein im Allgemeinen, ja.

Ja.

Und wie lange bist du dann noch Teil dieser Gruppe?

Ich habe ja nur noch dieses Jahr Vertrag.

Mhm.

Und dann schauen wir mal.

Du hättest schon noch Bock?

Ja.

Definitiv, klar.

Ich habe mir immer geschworen,

ja, ich würde gerne Fußball spielen,

bis 35 mindestens.

Ich finde es so gut,

dass wir wirklich schütteln.

Ja, jetzt ist der Abklang.

Wollen wir doch schnell da hoch unter die Dings.

Ja, komm.

Wir ziehen um während des Podcasts.

Wir setzen uns schnell unter die Dings.

Unter die...

Können Sie auch in den Sandkasten setzen,

ne?

Ist der auch überdacht, oder?

Ja.

Ja, stimmt.

Oh nee, wir gehen schnell da hoch.

Da sitzen schon andere Menschen mit.

Wie ist das Hotel hier eigentlich?

Bist du zufrieden,

oder sagst du,

das hat man...

Ähm...

Weißt du was?

Wir...

Naja, doch.

Es wird, glaube ich, nicht besser.

Ich weiß nicht, ob es zu laut wird.

Gehen wir ganz rein.

Genau.

Sagst du,

das habe ich schon besser gesehen,

als Profi?

Oder...

Wie bitte?

Sagst du,

das hast du schon besser gesehen als Profi?

Oh, so.

Kein Ding.

Setz dich jetzt da schon rein?

Es gab natürlich...

Oder...

Hallo.

Hallo.

Es gab natürlich schon Hotels,

wo wir ein bisschen mehr Luxus hatten,

oder weiß ich was,

aber das brauchen wir alles nicht.

Wir sind zum Arbeiten hier

und deswegen passt das schon.

Das Essen stimmt.

Wie ist das Essen?

Genau, das wollte ich.

Das ist das Wichtigste.

Ja.

Wir sind in Italien.

Nudeln passen.

Super.

Ja.

Deswegen sind wir in der Hinsicht schon zufrieden,

klar.

Okay.

Passt.

Und die Gegend ist ja auch ganz schön

und der Platz ist auch in Ordnung,

auch wenn ich heute mal mit dem Finger da hängen geblieben bin.

Wie bleibt man denn eigentlich mit dem Finger da hängen?

Wir hatten eine Übung,

wo ich den Ball flach abtauchen, sagen wir.

Kannst du nächstes Mal...

Hechten sag ich.

Ich sag Hechten.

Hechten ist halb hoch zum Beispiel.

Ach so, okay.

Und Abtauchen ist dann...

Abtauchen ist flach.

Kannst du beim nächsten Podcast,

wenn du über Jan sprichst,

kannst du an mich denken.

Wer taucht denn besser ab?

Ach, im Zweifel immer der Ältere.

Ja.

Ja, bin dann...

Hab den Ball geholt und dann...

Ja, mit dem kleinen Finger hängen geblieben bin.

Ja.

Also wie lang noch?

1. FC Nürnberg und Torwart?

Christian Martenja?

Also ja.

Ja, ist schwierig.

Also man denkt natürlich jetzt ganz anders

über das Karriereende nach als mit 24.

Und wenn man darüber nachdenkt,

wie schnell die Zeit vorübergegangen ist,

ist es unglaublich.

Ja.

Ja, ich habe jetzt dieses Jahr noch Vertrag.

Wir hatten jetzt intern auch schon mal

ein bisschen drüber gesprochen.

Und ja, wir lassen jetzt erstmal

die Transferphase Joti seine Arbeit machen.

Und dann unterhalten wir uns einfach

und dann gucken wir, wie es weitergeht.

Aber für mich steht einfach klar,

dass ich hier meine Karriere beenden will.

Und dann auch in Nürnberg und im Verein bleiben?

Ja, ich würde gerne den Walleweg gehen.

Als Torwarttrainer.

Wenn er als U4-Trainer entlassen wird.

Er ruft mich schon jede Woche an,

ob ich mal Torwarttraining machen könnte

mit seinen Jungs.

Ne, da sehe ich mich schon in dieser Rolle.

Da würde ich schon gerne dem Verein

auch meine Erfahrungen irgendwie

oder den Jungs halt meine Erfahrungen

weitergeben wollen.

Und ja, das wäre auf jeden Fall

ein schöner Abschluss meiner Karriere.

Ja.

Auch ein schöner Abschluss dieses Podcasts, oder?

Haben wir irgendwas vergessen?

Ich wollte noch fragen,

ob dir Körperteile jetzt mehr wehtun als vor.

Weil selbst ich, der sich sportlich wirklich nur selten betätigt,

beim Aufstehen ist schon schwierig.

Jetzt bin ich ein bisschen älter als du.

Ja, früher war es tatsächlich so,

wenn du im Trainingslager warst,

also der Wechsel von den Betten,

das war kein Problem für mich.

Aber mittlerweile ist es so,

man schläft die ersten zwei nicht mehr so gut ein.

Ja, ich habe diesmal tatsächlich in unserem Hotel

ein gutes Bett.

Also ich kann schlafen.

Ja, das ist doch schön.

Aber ich habe auch ein Glas Wein vorher.

Klar, die Regenerationszeit wird vielleicht

ein bisschen länger mit dem Alter.

Ab 30.

Spielst du noch?

Der größte Diss in meiner Karriere

als Sportjournalist kam ja von dir.

Spielst du noch Formel 1 auf der PlayStation?

Nein, nein, nein.

Ich bin zu alt.

Okay.

Das hast du mir nämlich damals auch gesagt,

als ich gesagt habe, dass ich nur FIFA spiele.

Und dann hast du,

wir haben da glaube ich telefoniert

während des Lockdowns.

Corona.

Und dann hast du gesagt,

in deinem Alter spielt man noch PlayStation.

Ich spiele übrigens immer noch ein bisschen.

Aber nicht mehr ganz häufig.

Gar nicht mehr?

Gar nicht mehr.

Okay.

Ich kümmere mich eher um Gitarre zu Hause.

Ich spiele gerne Gitarre.

Okay.

Und ja, ein bisschen Dart spielen.

Dart ist ja sehr modern geworden.

Ja.

Das interessiert mich jetzt wiederum gar nicht.

Ja, ist ganz cool.

Und Gitarre?

Was kannst du schon?

Ui.

Ich spiele jetzt,

boah, ich weiß gar nicht, wie lange ich spiele.

Ich kann sehr viel.

Echt?

Ja, ich habe einen Gitarrenlehrer.

Grüße an Benni.

Jetzt haben wir den auch noch abgehandelt.

Wirklich?

Wirklich alle gegrüßt.

Mit dem habe ich jeden Mittwoch

eineinhalb Stunden Gitarrenunterricht.

Okay.

Und ja, spiele Akustikgitarre, Elektrogitarre.

Okay.

Habe einen Verstärker zu Hause.

Okay.

Noch etwas, was ich nicht kann,

weil ich ein absolut unmusikalischer,

also ich mag Musik, aber ich kann selber,

naja, anderes Thema.

Eine Frage hatte ich jetzt gerade noch,

aber ich habe sie natürlich sofort wieder vergessen.

Deshalb muss ich sie beim nächsten Mal stellen,

wenn sie mir wieder einfällt.

Vielen Dank, Christian Martenja, für die Zeit.

Gerne.

Was machst du jetzt noch?

Ein bisschen?

Ich werde mich jetzt mal ein bisschen aufs Ohr hauen.

Und dann ist um 16 Uhr wieder Training?

Genau.

Ja, gucken wir mal, inwieweit ich trainen werde.

Ja, genau.

Wenn nicht dann am Freitag ist dann wieder das nächste Training.

Genau.

Morgen einmal Teambildung.

Was ist da auf dem Programm,

das du das hier exklusiv verraten wirst?

Sowieso erst morgen veröffentlicht.

Dann darf ich ja nichts sagen, oder?

Ja.

Dann behalten.

Ich kann verraten,

dass es dieses Mal nicht Wasserraften ist,

weil ich bin auch so froh,

weil das habe ich, glaube ich,

in meiner Karriere schon 25 Mal gemacht.

Das habe ich mir gedacht,

ist das überhaupt,

bringen Teambilden in den Maßnahmen

überhaupt noch was,

wenn man sich denkt,

okay, jetzt gehen wir wiederraften.

Nee, das wird auf jeden Fall was,

wo auch ein paar Leute oder ein paar Spieler

über ihre Grenzen gehen müssen.

Okay.

Das ist keine körperliche Anstrengung,

aber es wird sehr, sehr spannend

für den einen oder anderen.

Okay.

Okay, dann.

Stichwort Höhe.

Ja, dann wäre ich raus.

Darf man da dann eigentlich auch sagen,

wir sind raus oder sowas?

Boah, dann, boah.

Nee.

Das ist schwer.

Okay.

Dann hast du einen schweren Stand bei uns.

Alles klar.

Dann sind wir jetzt raus.

Vielen Dank.

Sehr gerne.

Bis bald.

Tschüss.

Bis bald.

Tschau.

Tschau.