Es ist Sonntag, der 16. April 2023, 11.36 Uhr.
Der 1. FC Nürnberg hat am Samstag verloren, 1-2 bei Holstein, Kiel und Saar.
Dabei über sehr lange Zeit von hinten bis vorne sehr schlecht aus.
Die gute Nachricht für den Klub.
Wir werden heute kaum über Fußball sprechen in diesem Podcast,
weil niemand mehr da ist, außer mir.
Der Gloser ist weg, der Lars ist weg, der Dickmeier ist weg, der Zenger sowieso.
Also ich muss mich mal selbst hinterfragen.
Aber ich bin trotzdem nicht ganz alleine.
Ich habe eine Gästin, Katharina Fritsch, Leiterin Unternehmenskommunikation beim 1. FC Nürnberg.
Und da darf ich endlich mal wieder meine Lieblingseinstiegsfrage stellen,
wenn Gäste vom 1. FC Nürnberg da sind.
Katharina, steigt der 1. FC Nürnberg ab?
Selbstverständlich nicht, lieber Fadi.
Ich grüße dich erstmal ganz herzlich.
Ja, Gruß zurück.
Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.
Ich glaube, das ist tatsächlich die häufigste Antwort,
die ich von Verantwortlichen des 1. FC Nürnberg auf diese Frage bekommen habe.
Könnte sein, dass der Klub trotzdem das ein oder andere Mal doch abgestiegen ist.
Aber meine Erinnerung verblasst.
Wir hoffen mal, das Beste.
Nächste Woche geht es wieder richtig um Fußball.
Heute geht es auch um Fußball.
Es geht vor allem um unsere Folge aus der letzten Woche,
wo mein Kollege Elia Hopfer da war
und seine Erfahrungen aus der Nordkurve im Max-Morlock-Stadion geschildert hat
mit Diskriminierungen aller Art.
Und du, Katharina, wenn ich das richtig verstanden habe,
wolltest du dich bei uns beschweren?
Oder wie war das genaue Ding,
wie wir zusammengekommen sind in diesem Podcast jetzt?
Beschweren wollte ich mich nicht.
Aber ich hatte den Eindruck,
dass dieses große Thema doch etwas ausführlicher dargestellt werden sollte
in all seinen Facetten.
Denn der Klub ist ja auf vielen Ebenen sehr aktiv
in der Antirassismus-Antidiskriminierungsarbeit.
Und da fand ich, war in der letzten Folge doch der Fokus zu sehr
nur auf diesem einen Thema Meldekette und Spieltagshandynummer im Stadion.
Und deswegen dachte ich, ich melde mich bei dir und schlage vor,
dass wir das ganze Thema noch mal etwas ganzheitlicher beleuchten,
weil es einfach so ein wichtiges Thema ist.
Ich möchte auch ganz klar hervorheben, lieber Fadi,
dass ich mich sehr gefreut habe,
dass ihr dem Thema grundsätzlich so viel Raum gebt.
Denn es ist gut, wenn wir über dieses Thema so ausführlich sprechen
und deswegen freue ich mich auch sehr,
dass ich da heute noch mal die Gelegenheit habe,
mit dir darüber zu sprechen.
Und ich freue mich auch ausdrücklich,
dass ein Fan diesem Thema so viel Bedeutung beimisst.
Denn die brauchen wir.
Wir brauchen Mitstreiter für dieses Thema,
was immer wichtiger wird.
Ja.
Den gleichen Eindruck wie du hatten auch andere Menschen,
die uns geschrieben haben auf Twitter und auf Instagram und auf Facebook,
wo auch immer,
dass es vielleicht eine etwas einseitige Betrachtungsweise war.
Es waren sehr viele Menschen, die uns zugestimmt haben.
Also wie immer gibt es viele Meinungen.
Wir sprechen da natürlich gerne drüber.
Wir dürfen nicht vergessen,
dass die Recherche von Idia trotzdem eine sehr wichtige
und eine sehr gute war.
Aber wir sprechen gerne ausführlich drüber,
machen Kurzwerbung.
Thomas Korell stellt uns unseren Sponsor vor
und dann gehen wir mal ins Detail.
Bis gleich.
Feel the pain.
Trotz Sonne und Samstag traurig.
Das war so schaurig.
Im Spiel gegen Kiel wollten wir viel.
Jetzt driften wir weiter weg vom Ziel.
And we feel nothing but pain.
Komm jetzt FCN.
Felix Wenzel mit seinem wieder einmal sehr schönen Spieltagsgedicht.
Kommt übrigens nach Nürnberg in zwei Wochen.
Er wohnt ja im United Kingdom.
Aber in zwei Wochen ist er zu Besuch in seiner alten Heimat.
Der Kollege Gloser versucht irgendwie eine Lesung zu organisieren.
Ich kenne den Kollegen Gloser jetzt schon ein paar Jahre.
Ich würde immer sagen,
die Chancen stehen so 30 zu 70,
dass das auch funktioniert.
Falls also jemand eine kennt,
die eine Location zur Verfügung stehen hat
und Lust hat,
Felix Wenzel beim Gedichte lesen zuzuhören und zu unterstützen,
meldet euch gerne bei uns.
Könnte ein launiger Abend werden.
Aber gut, das ist nicht unser Thema heute.
Unser Thema heute sind diskriminierende Äußerungen im Max-Morlock-Stadion.
Die Ausgabe von letzter Woche.
Es gibt diese diskriminierenden Äußerungen im Max-Morlock-Stadion.
Rassistisch, sexistisch, homophob, was auch immer.
Ableistisch.
Ist es ein riesiges Problem?
Oder dann doch eher eins,
das man zwar nicht vernachlässigen kann,
aber um das sich beim 1. FC Nürnberg schon gekümmert wird?
Katharina?
Beim 1. FC Nürnberg wird sich definitiv um das Thema gekümmert.
Das Spieltagshandy oder auch die Vorkommnisse im Max-Morlock-Stadion
sind ja nur ein Baustein
in der allumfassenden Arbeit des Klubs gegen Rassismus.
Ich würde sagen,
wir stellen das so auf drei Säulen, unser Engagement.
Ich würde die gerne mal umreißen,
weil ich dann auch das Thema Max-Morlock-Stadion
ein bisschen besser einbetten kann.
Sehr gerne.
Der 1. Punkt ist der rechtliche Rahmen
oder der Ordnungsrahmen,
sage ich immer,
den wir über die letzten Jahre ausgeweitet haben.
Da spreche ich über die Vereinssatzungen.
Wir sind ein eigentragener Verein.
Da haben wir erst vor wenigen Jahren
das Kapitel, wo es um den Respekt
eines jeden Menschen,
unabhängig von Herkunft, Hautfarbe,
Religion etc. geht, ausgeweitet.
Es geht um das Leitbild.
Wir haben uns ein neues Leitbild gegeben,
wo wir explizit einen Passus zu diesem Thema verankert haben.
Es geht aber auch um das Thema Stadionordnung,
wo wir ganz konkret definiert haben,
dass ein Mitglied aus dem Verein,
Entschuldigung, das ist die Vereinssatzung,
über die würde ich vielleicht auch noch kurz zurückkehren,
denn wenn ein Mitglied sich rassistisch oder ausländerfeindlich äußert
oder die Gesinnung zu Paar getritt,
kann der Verein das Mitglied aus dem Verein ausschließen.
Das ist vielleicht auch wichtig,
das nochmal so ganz konkret zu sagen.
Das betrifft die Saktion.
Zurück zur Stadionordnung.
Da geht es ganz konkret um das Verhalten im Stadion.
Auch da, wenn rassistische, fremdenfeindlich- und rechtsradikale Parolen geäußert oder verbreitet werden,
kann der Verein aktiv werden.
Oder auch verbotene Gegenstände sichtbar werden.
Da denke ich insbesondere an die Kleidung mit rechtsextremen Symbolen.
Ein anderes Beispiel wäre jetzt zum Beispiel noch die Arbeitsdefinition Antisemitismus,
die wir unterzeichnet hatten, auch im Beisein von Almer Cohen,
unserem ehemaligen Klubspieler vor zwei Jahren.
Also das, sage ich jetzt mal, ist Nummer eins.
So dieser Rahmen, den haben wir in den letzten Jahren immer ausgeweitet.
Auch die Stadionordnung wird permanent angepasst auf gesellschaftliche Entwicklung
oder angesellschaftliche Entwicklung.
Das zweite große Thema ist die Präventivarbeit.
Das sind weit mehr als nur Ansätze beim Klub.
Wir haben viele Projekte.
Genü Konrad Kapp ist, glaube ich, den meisten Fans auch bekannt.
Wir gehen in Schulen, stellen die Biografie des ehemaligen jüdischen Trainers vor.
Das Ganze fußte damals auf eine Recherche unseres Klubhistorikers Bernd Siegler,
aber auch auf dieser großartigen Choreografie,
die du letzte Woche auch im Podcast angesprochen hattest, Fadi von UN.
Womit ja die Kurve ein fantastisches Zeichen gegen Antisemitismus.
Damals 2012 war das, im November beim Spiel gegen Bayern München gesendet hatte.
Und das haben wir als Verein aufgegriffen und haben daraus über die vergangenen Jahre
dieses große Projekt, dieses Leuchtturmprojekt, den wir Konrad Kapp entwickelt.
Da nehmen wir jedes Jahr im Schnitt zehn Schulen teil.
Wir haben aber auch Workshops, die wir mit Spielern und Jugendspielern durchführen.
Wir sind erst im Januar mit den U17 bis U21-Teamen in der Synagoge gewesen,
in der israelischen Kultusgemeinde.
Die haben alle eine Kippa getragen und haben dort etwas über das Judentum erfahren.
Letztes Jahr hatten wir einen Vortrag für unsere Jugendspieler,
beispielsweise über die Diskriminierung von Sinti und Roma.
Das war damals rund um den WDR-Skandal zur Z-Soße.
Du erinnerst dich vielleicht noch.
Man muss vielleicht auch sagen, es gibt immer noch Metzgereien in Nürnberg,
wo man eine Z-Soße ausgeschildert oder ausgewiesen hat, leider.
Und das nur mal so als Beispiel für Präventivarbeit.
Natürlich auch die vielen Clubverführungen, die wir mit Fans anbieten auf unserclub.de.
Zum Beispiel vom Merzfeld-Deportationsbahnhof zum Reichsparteitagsgelände
oder eine Fahrkarte nach Jerusalem, wo wir die NS-Vergangenheit des Club mit unseren Fans beleuchten.
Wir fahren in Gedenkstätten nach Flossenbürg, zuletzt nach Dachau mit unseren Fans.
Wir haben die Geschichtsplattform clubgeschichte.de mit einer Werkstatt,
wo wir zusammen mit Fans auch die Vereinsgeschichte aufarbeiten.
Insbesondere auch zur Zeit zwischen 1933 und 1945.
Du merkst, es ist ein sehr umfassendes Feld, was wir auch beackern
und wo wir ständig neue Projekte auch hinzunehmen.
Jetzt komme ich zum dritten Punkt.
Neben dem rechtlichen Rahmen und der Präventivarbeit ist,
dass wir unser Netzwerk und unsere Kooperation ständig ausweiten.
Also das Netzwerk wird immer eng, maschiger.
Wir kooperieren mit der Allianz gegen Rechtsextremismus,
mit Makabi Deutschland, Makabi Nürnberg, Jüdischstämmiger Verein.
Aber auch mit Initiativen aus der Region,
wie zum Beispiel im Gräfenberger Sportbündnis.
Wir haben eine Expertengruppe ins Leben gerufen vor zwei Jahren,
um uns noch besser auch intern aufstellen zu können.
Dort sind Experten aus ganz Deutschland versammelt.
Also das sind fünf Personen, die wir zur Rate ziehen als Verein.
Wenn wir das Gefühl haben, wir sind nicht gut genug aufgestellt bei einem Thema
oder wissen nicht weiter, dann holen wir uns Rat.
Wir lassen uns Lektüre empfehlen.
Wir tauschen uns aus.
Also das ist ein Thema, was uns eigentlich tagtäglich,
würde ich vielleicht nicht sagen,
aber sehr, sehr häufig im Verein beschäftigt.
Weil es ja so dynamisch ist, weil es sich ständig weiterentwickelt
und weil wir auch bestmöglich aufgestellt sein wollen in diesem Feld.
Also da gibt es keinen Stillstand.
Und diese Meldestelle im Max-Morlock-Stadion,
um die ging es ja letzte Woche,
um diese Spätagshandynummer,
um jetzt wieder darauf zurückzukommen,
die ist ein Baustein, die ich einordnen würde,
so in diesen Bereich Nummer eins.
Das ist ja ein Teil der Stadionordnung,
wie wir sie umsetzen wollen, die Stadionordnung.
Und es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten,
würde ich jetzt dem Elia, der letzte Woche eben bemängelt hatte,
muss sagen, zu Recht bemängelt hatte,
dass der Rückruf nicht sofort oder zumindest fünf oder zehn Minuten später erfolgt ist.
Also es gibt noch andere Möglichkeiten,
natürlich auch auf sich aufmerksam zu machen.
Das ist klar.
Darüber wollen wir auch gleich noch sprechen.
Ich glaube, der Rückruf kam tatsächlich nicht nur fünf bis zehn Minuten später,
sondern ein Fußballspiel später,
wenn ich das richtig mitbekommen habe.
Aber darüber wollen wir jetzt nicht streiten,
sondern ich will nur noch mal ganz kurz,
Warum macht ein Fußballverein sowas eigentlich und überhaupt?
Wie ist es entstanden, dass ihr, was wir ja letzte Woche auch betont haben,
dass sich der 1. FC Nürnberg tatsächlich engagiert in diesem sehr wichtigen Feld?
Warum?
Es geht doch um Fußball.
Das höre ich auch immer wieder, natürlich.
Fußball ist unser Kerngeschäft, ganz, ganz klar.
Aber für mich schließt das eine das andere nicht aus
und auch zum Glück für die Verantwortlichen das Glück nicht.
Denn ich sage, unsere Fangemeinschaft ist ein Spiegelbild der Gesellschaft.
Wir erleben, wenn man sich Statistiken, Studien anschaut,
wachsenden Antisemitismus und Rassismus.
Das belegen Fallzahlen.
Und ich bin ganz der festen Überzeugung,
dass der Fußball, ein Fußballverein seinen Beitrag leisten muss,
um gesellschaftliche Probleme zu lösen.
Ich fände es fast fahrlässig, wenn wir es nicht tun würden.
Denn unser Vorteil als Fußballverein ist,
dass wir die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nutzen können,
auch um wichtige Botschaften glaubwürdig zu verbreiten
und auch wirksam zu verbreiten.
Und manchmal merke ich auch, wenn wir in den Schulen sind
und die Biografie von Jeno Konrad erzählen,
dass es ein Türöffner sein kann für das Thema.
Denn manche Menschen sind vielleicht gar nicht so interessiert
oder ansprechbar für das Thema.
Sobald ich das Ganze aber mit dem Thema Fußball verknüpfe,
merke ich, dass ein Interesse geweckt wird.
Oder wir setzen Spieler ein.
Denn die Popularität von Fußballprofis,
zumindest wenn sie erfolgreich spielen, sind sie populär,
kann auch helfen, das Thema zu flankieren.
Ich will noch mal ganz kurz was zu unserer Fußballmannschaft als solche sagen.
Ja, gerne.
Ja, aber nicht zur sportlichen Qualität.
Schade.
Ich zähle das immer so ein bisschen durch jedes Jahr.
Und im Schnitt haben wir jedes Jahr im Kader 15 Spieler in der Männermannschaft,
da habe ich es gezählt, die entweder aus dem Ausland stammen
oder Kinder von Migranten sind.
Das heißt, wir als Club haben ja schon ein intrinsisches Interesse,
dass es bei uns keine Diskriminierung oder keinen Rassismus gibt innerhalb des Teams.
Und da erlebt man, dass es ganz natürliche Verbindungen sind.
Und egal aus welcher Kultur ein Spieler stammt,
dass die ganz normal miteinander umgehen.
Und ich glaube, wenn man einander kennt,
dann mag man sich auch eher.
Und vor allem verteidigt man auch den anderen schon mal eher,
wenn eine rassistische Äußerung kommt.
Und ich glaube, das ist auch so ein bisschen der Schlüssel,
dass wir einfach versuchen, Verständnis zu schaffen,
Diskussionen und Begegnungen zu ermöglichen in unseren Projekten.
Was war eigentlich die Frage, Vati?
Ich glaube, ich rede sehr gut, gerne über das Thema.
Ich glaube, du hast beantwortet,
warum eigentlich ein Fußballverein sich in dem Gebiet engagiert.
Wie kompliziert ist es denn in der täglichen Arbeit?
Du hast gesagt, du hörst es oft, es geht hier um Fußball.
Die sollen erst mal Spiele gewinnen.
Wenn man dann als mittelmäßig erfolgreicher Zweitliga-Verein
nach der nächsten Niederlage wieder mit einem Antirassismus-Ding ums Eck kommt,
wie heftig ist da der Gegenwind?
Du bist da ja sehr im Fokus auch in deiner Funktion.
Naja, wenn ich mir jetzt Elia anschaue letzte Woche in eurer Sendung,
ist das ja genau das Gegenteil von Gegenwind.
Da wird ja sogar eingefordert, dass wir noch aktiver in dem Bereich werden.
Und das gibt mir total Hoffnung.
Und was mir auch Hoffnung gibt, ist diese Berührung mit den Fans,
mit den Jugendspielern, mit den SchülerInnen in unseren Projekten zu sehen,
was die aus dem Thema machen, wie interessiert sie sind
und was sie auf die Beine stellen.
Ich erinnere nur mal an den Stolperstein für jene Konrad,
der jetzt vor der Nordkurve liegt oder eil betoniert ist.
Bei solchen Initiativen geht einem doch das Herz auf.
Am 27. Januar zum Gedenktag Befreiung Auschwitz hatten Fans diesen Gedenk,
diesen Stolperstein mit Blumen und einem Schal geschmückt.
Sowas ist berührend, wenn ich sowas sehe.
Es gibt immer wieder mal Einzelmeldungen,
aber das habe ich ja gerade meiner Meinung nach auch schon beantwortet,
dass ich denke, ein Verein muss heutzutage mehr sein als nur 90 Minuten Fußball,
aber dass es da Einzelmeinungen gibt, die andere das anders sehen,
das ist ja ganz normal.
Davon lassen wir uns aber nicht abbringen.
Erfährst du eigentlich Diskriminierung in deiner Funktion?
Frau im Fußball, ich habe mich vor kurzem mit einer deutschen Fußballschiedsrichterin,
Angelika Söder, unterhalten über ihr Leben in der Männerwelt Fußball
und die hat auch gesagt, wenn es Kritik an ihr gibt,
gibt es vielleicht nicht mehr als bei den männlichen Kollegen,
aber dann richtet die sich immer sehr schnell auf das Geschlecht sozusagen,
also auf sie als Frau.
Wie ist das für dich als Frau in der Männerdomäne Fußball?
Ich bin jetzt seit 16 Jahren beim 1. FC Nürnberg und habe immer Respekt erfahren, glücklicherweise.
Wenn mal eine Bemerkung kam, die nicht ganz sauber war,
habe ich das in der Regel immer ad hoc angesprochen und da auch gute Erfahrungen gemacht,
dass dann auch verstanden wurde, dass da eine vielleicht auch kleine Grenze dann überschritten wurde.
Was ich aber feststelle ist, wir sind einfach zu wenige Frauen in Führungspositionen im Fußball
und da würde ich mir schon wünschen, dass da eine Veränderung auch herangeführt wird.
Dazu ist es aber auch notwendig, dass auch Frauen innerhalb der Fußballbranche sich besser noch vernetzen,
sich stärken, sich auch besser weiterbilden und da der Zusammenhalt einfach auch noch stärker wird.
Ja, merke ich hier auch, auch dass Frauen da oftmals zurückhaltend sind.
Wir sind hier immer auf der Suche nach Frauen als GesprächspartnerInnen,
aber es ist kompliziert, während die Männer einfach daher labern.
Die Männer drängen sich auf, die wollen alle kommen.
Ja, genau.
Bloß jetzt zur Zeit, jetzt will keiner mehr.
Ich glaube, dieses Format ist am Ende angekommen.
Vielleicht machen wir hier die letzte Ausgabe, wir beide und dann ist es.
Aber ja, gut.
Keine Scherze.
Ja, so ist es.
Männer haben da weniger Probleme damit, sich gut zu fühlen und einzuschätzen,
auch wenn sie es gar nicht sind.
Das würde ich jetzt so pauschal auch nicht unterschreiben.
Okay, schade.
Redet sich gerade über sich selber.
Wir sind doch hier die Pauschalurteiler.
Aber gut.
Glaubwürdigkeit hast du angesprochen.
Der 1. FC Nürnberg kann diese Botschaft glaubwürdig rüberbringen.
Da gab es tatsächlich auch ein paar Reaktionen auf unsere letzte Folge,
die das ein bisschen, die das anzweifeln,
ob der 1. FC Nürnberg trotz all der Projekte wirklich dann,
wenn es hart auf hart kommt, das auch durchzieht.
Molo Mio hat gestern geschrieben,
so bleibt aktive Arbeit gegen Diskriminierung im Stadion leider nur ein Lippenbekenntnis.
So ähnlich hat er den Eindruck.
Ja, Elia, es gab viele Menschen, die uns geschildert haben,
was sie für Erfahrungen, was für bescheuerte Erfahrungen sie im Stadion machen.
Du hast mir in einem Gespräch, glaube ich, im Herbst letzten Jahres,
als es um diesen Vorfall aus dem Spiel gegen Hannover ging,
gesagt, drei- bis viermal wurde er auf diesem Telefon angerufen,
auf dem Spieltagshandy.
Wir haben jetzt auf unseren relativ reichweiten kleinen sozialen Medienaccounts
schon sehr viel mehr Rückmeldungen bekommen.
Fragt der 1. FC Nürnberg vielleicht nicht ausreichend nach
und guckt nicht genau genug hin?
Oder würde ich wirklich vehement widersprechen?
Also was ich wirklich einräume ist,
dass der Rückruf auf diesem Spieltagshandy,
Elia hat es angerufen,
obwohl es keinen konkreten Fall gab.
Er wollte versuchen, das Handy zu erreichen.
Der Rückruf ist zu spät erfolgt,
nämlich erst nach Abpfiff.
Ich muss ganz kurz nochmal klarstellen,
der Kollege hat das nochmal geschildert aus der Fanbetreuung.
Er hat zurückgerufen nach dem Spiel
und Elia dann in der Kneipe angetroffen.
Es waren sehr laute Hintergrundgeräusche
und die beiden hatten sich dann für den Mittwoch
zum Wiedertelefonieren verabredet,
da kein akuter Fall vorlag.
Und das hat der Elia im letzten Podcast nicht erwähnt.
Der Rückruf ist Mittwoch erfolgt.
Er sagte dann auch, dass ihm das durchgerutscht sei.
Fakt ist, wir müssen da schneller reagieren.
Ganz klar, das räume ich ein.
Es ging ja auch darum,
sollte die Telefonnummer vielleicht prominenter kommuniziert werden
am Stadion.
Auch da kann ich sagen,
sicher können wir das noch prominenter zeigen.
Also, dass wir das immer wieder einmal einblenden.
Aber auch da hatten wir intern darüber diskutiert,
was ist ein Zuviel an Aufforderungen.
Es soll sich auch niemand überwacht fühlen im Stadion.
Wir haben auch mit Fanvertretern vor der Saison,
wo wir das Spiel erzählen.
Aber da muss ich ganz kurz unterbrechen.
Sollten sich solche Menschen,
die zu solchen Äußerungen neigen,
sollten die sich nicht überwacht fühlen
in so einem Stadion,
wo sich alle wohlfühlen sollen?
Das kann ich dir gerne meine Erfahrungen damit schildern.
Ich habe mich auch ausgetauscht mit,
ich sage jetzt mal Betroffenen,
also mit einem Bekannten, der schwarz ist.
Ich finde wir,
vor allem ich aus meiner Position als weiße Deutsche
mit deutschen Nachnamen, sage ich jetzt mal,
bin in einer privilegierten Situation,
sowas dann auch festzulegen.
Ich tausche mich dann schon auch mit Betroffenen aus.
Und wir haben auch mit Fans uns vor Einführung
der Spieltagshandy-Nummer unterhalten.
Man muss sagen,
wir sind ja immer noch in der ersten Saison,
also immer noch in der Testphase sozusagen.
War auch eine Frage,
wann das eigentlich einrichtet worden ist.
Genau, das wurde im Juli, zu dieser Saison.
Ganz genau.
Und der sagte mir,
also der kannte,
dass es auch ein Zuviel gibt.
Denn die schwarze Community
sorgt sich schon ein Stück,
dass Menschen auch davon genervt sein könnten.
Wenn das Ganze jetzt permanent eingeblendet werden würde,
man kann einfach darüber diskutieren.
Mich würde auch interessieren,
Fadi, was denkst du,
was ist das richtige Maß?
Wir sind ja immer noch am Austesten sozusagen.
Und ich glaube,
dass überwacht fühlen sollte sich keiner
im Sinne von,
dass es ein Denunziantentum befördert.
Also da kann man wirklich lange, glaube ich,
über dieses Thema diskutieren.
Fakt ist,
die Nummer muss bekannter werden.
Das haben ja auch eure Umfragewerte.
Ich glaube, 27 Prozent
war die Quote eurer Twitter-Umfrage.
Kennen die Nummer bisher nur?
Deswegen freue ich mich auch,
dass wir sie jetzt hier nochmal publik machen können.
Wir können sie ja auch nochmal nennen,
die Telefonnummer.
Du hast sie wahrscheinlich auswendig gelernt,
Fadi Hoffmann.
Ich habe sie tatsächlich nicht auswendig gelernt
und habe sie mir diesmal auch nicht mal
vorher irgendwo aufgeschrieben.
Ich kann sie aber gerne nennen.
Ja, sehr gerne.
Wenn ich darf.
Ich nenne die jetzt einfach mal,
also die Telefonnummer,
die bei rassistischen Fouls
im Max-Morlock-Stadion zu wählen ist,
das ist die 0173 7540544.
Ich bin natürlich auch auf der Homepage
des 1. FC Nürnberg
und dann künftig auch noch ein Stück weit
prominenter auch im Max-Morlock-Stadion.
Und es geht nicht nur um rassistische Vorfälle,
es geht um Bedrohungen und Beleidigungen aller Art.
Das haben uns ja auch einige Frauen geschrieben,
die mit ihren Nachrichten nicht den Eindruck gemacht haben,
dass sie das Max-Morlock-Stadion unbedingt
als Safe Space betrachten.
Nein, die Meldekette greift bei jeder Form von Diskriminierung.
Jede Form von Diskriminierung hat bei uns im Stadion
nichts zu suchen.
Ja, also egal, welche Hautfarbe Menschen sind,
egal, wen man liebt,
wie viel Geld man im Geldbeutel hat,
an wen man glaubt
oder ob man im Rollstuhl sitzt,
jetzt mal so ganz platt gesagt,
jeder, der sich im Max-Morlock-Stadion
schräg angesprochen fühlt
oder diskriminiert fühlt,
also noch viel wichtiger,
soll die Chance haben, sich zu melden.
Und wir wollen jeden ermutigen,
sich auch zu melden.
Denn das war ja auch die Frage,
die du gestellt hast,
wie viele Anrufe gab es,
vielleicht zu weniger als das,
was euch auch zurückgespiegelt wurde.
Ich glaube,
also du hast es schon gesagt,
drei bis vier Meldungen gab es in der Hinrunde.
Ungefähr genauso viele gab es auch bisher
in der Rückrunde.
Und auch aber auf anderen Wegen.
Denn es gibt nicht nur das Spieltagshandy,
man kann sich auch direkt an einen Ordner wenden.
Man kann auch direkt die Fanbetreuung kontaktieren.
Am Spieltag, man kann sich an die Club-Volonteers wenden,
die sehr anerkannt sind,
auch im Stadion und in der Fanszene.
Wir haben ein Netzwerk von über 80 Club-Volonteers,
die als Freiwillige am Spieltag arbeiten
und die auch schon sehr bekannt sind.
Und auch an die kann man sich beim Club wenden.
Und dann geht sozusagen die Meldekette los,
wenn ein rassistischer Vorfall im Stadion vorgekommen ist.
Ja.
Und nochmal, wie geht es weiter?
Das kann ich gerne jetzt mal anhand eines Beispiels skizzieren.
Ja, ja.
Beispielsweise ein Fan erlebt tatsächlich eine Diskriminierung,
er hört wie ein Fan zum Beispiel,
machen wir jetzt mal ein Beispiel,
was auch Elia genannt hat,
was N-Wort benutzt, schreit.
Dann gibt es eben diese drei Möglichkeiten der Ansprache,
die ich gerade schon gesagt habe.
Entweder man ruft das Spieltagshandy an,
da geht dann die Fanbetreuung des FCN an.
Im besten Fall.
Da müssen wir noch besser werden.
Im Zweiten kann man sich aber eben auch an den Sicherheitsdienst,
an die Ordner wenden.
Oft will man ja vielleicht auch nicht direkt im Blog,
wenn es vor einem oder hinter einem geschehen ist,
dann telefonieren.
Man will sich vielleicht auch ein Stück weit zurückziehen.
Es ist auch laut im Stadion.
Geht man ja oft eh hinter den Blog.
Und da findet man ja auch Ordner Sicherheitsdienst.
Die kann man eben, wie gesagt, jederzeit auch direkt ansprechen,
auch wenn man das Spieltagshandy nicht erreicht.
Dritte Möglichkeit eben ist,
bei uns im Stadion die Club-Volontiers anzusprechen.
Das ist bei uns im Stadion eben noch eine wunderbare,
dritte zusätzliche Möglichkeit,
auf sich aufmerksam zu machen.
Und was passiert dann,
wenn man diese drei Möglichkeiten eben,
eine der drei Möglichkeiten aktiviert hat,
ist die Fanbetreuung informiert.
Die wird dann auch zum Beispiel im Sicherheitsdienst
oder dem Ordner eben informiert.
Auch der Club-Volontier würde die Fanbetreuung informieren.
Die sind nämlich,
also die sind über Funk miteinander verbunden auch,
am Spieltag.
Das heißt,
dass dann Rücksprache gehalten wird,
auch mit dem Sicherheitsbeauftragten,
mit dem Veranstaltungsleiter.
Und dann,
man entscheidet,
geht man jetzt,
also man guckt sich dann erstmal die Situation an.
Das hat ja Elia auch geschildert.
Wenn das eine Gruppe von Menschen ist,
schaut man erstmal,
sind die angetrunken,
wirken die so,
als ob sie vielleicht auch gewaltbereit sind.
Ja,
also ich gehe jetzt mal von den
beiden schlimmeren Fällen aus.
Oder ist es eher ein Einzelner,
der einsichtig sich zeigen könnte.
Also dann verschafft man sich erstmal einen Blick.
Und je nachdem entscheidet man,
ob man den Einzelnen oder die Gruppe aus dem Block bittet.
Oder,
und das Ganze dann eben vor der Kurve klärt,
oder aber,
ob man sie belässt im Block.
Weil es hat keinen Sinn,
in dem Block dann eine Situation zu provozieren.
Wenn dieser zweite Fall eintritt,
dann ist es aber so,
dass wir ein Kamerasystem im Stadion haben.
Und dieses Kamerasystem kann diese Menschen markieren.
und dann würde das Ganze,
was ich gerade geschildert habe,
also die Ansprache außerhalb dann des Blocks,
in dem man sitzt,
würde dann nach dem Spiel durch die Polizei erfolgen.
Sprich,
es lohnt sich immer,
diese Fälle zu melden.
Also wir wollen wirklich Menschen ermutigen,
sich auch bei uns zu melden.
Jetzt gehen wir mal davon aus,
es ist ein Einzelner,
mit dem sich sprechen lässt,
dann versucht man das Ganze natürlich
vor Ort vernünftig zu sprechen,
zu besprechen,
auch erstmal ohne Polizei,
falls ein ruhiges Gespräch mit der Einzelperson möglich ist
und auch Einsicht herrscht.
Wenn das Ganze nicht vorhanden ist,
und man spürt,
das ist ein Gesinnungsproblem,
was dort vorherrscht,
dann wird ganz klar
der Weg dann zur Polizei gesucht.
Es gibt dann
eine Verhörung im Stadion,
es gibt dafür extra einen vorgesehenen Raum.
Du hast es vorhin auch schon gesagt,
den Safe Space.
Und da kann dann,
werden Personalien erstmal aufgenommen.
Es wird dann in den meisten Fällen
auch ein Tageshausverbot ausgesprochen.
Das ist etwas,
was der Verein aussprechen kann
für dieses eine Heimspiel dann.
Aber sollte
tatsächlich dann auch
das Vergehen
ein Straftatbestand sein
und nicht nur eine Ordnungswidrigkeit,
dann gibt es natürlich auch die Möglichkeit
der Anzeige
und dafür braucht es dann aber auch
die Zeugenaussage.
Und da muss natürlich dann
oder sollte der Fan,
der das Ganze gemeldet hat,
dann auch sich darauf einstellen,
als Zeuge auszusagen.
Weil dann,
nur dann kann es ja auch dann
zu einer Verurteilung
gegebenenfalls durch einen Richter kommen.
Dann gibt es ja eben noch
die Option Stadionverbot,
die auch über unser Hausrecht,
das hatte ich ja vorhin schon
antlingen lassen,
rechtsextrem zum Beispiel
verhalten,
rassistischen Verhalten im Stadion
oder bei verbotenen Gegenständen.
Das ist noch so ein zweiter Rahmen.
Und dann eben,
wie gesagt,
die Markierung durch Videotechnik
ist eben auch noch möglich.
Also nochmal zusammengefasst,
so erste Ansprache
erfolgt durch den Verein.
Also in der Regel,
wenn so etwas vorfällt,
durch den Fanbetreuer
und den Ordner,
die gehen in den Block,
entscheiden dann zusammen
mit dem Sicherheitsbeauftragten
und dem Veranstaltungsleiter,
ob die Polizei
eingeschaltet werden muss.
Und dann geht es seinen Gang.
Das ist jetzt mal
so ein Einzelfall,
immer geschildert.
Der Idealzustand
und Idealvorgang,
weil du mich direkt gefragt hast,
ich glaube,
dass man das tatsächlich
noch viel offensichtlicher machen muss,
auch im Stadion,
dass man bei bestimmten Themen
den Menschen
auf die Nerven gehen muss,
vor allem,
weil man damit, glaube ich,
nur denen auf die Nerven geht,
die sich dann vielleicht
zurecht genervt fühlen.
Das war auch so ein bisschen
eine Kritik
am 1. FC Nürnberg,
die nach dieser letzten
Podcast-Ausgabe
aufgekommen ist,
dass es eben
diese ganzen guten Initiativen
ergibt,
dass es aber im Alltag
sozusagen noch zu selten
eine Rolle spielt,
dass es in den sozialen Medien
zu selten eine Rolle spielt,
dass so eine Umfrage,
wie wir sie gemacht haben,
oder einen Aufruf,
Erfahrungen zu schildern,
dass es die vom Verein
nicht gab.
Ja, also...
Also,
die gibt es ja
und nochmal,
wir können das Ganze verstärken.
Ja.
Wir können das Ganze
noch prominenter zeigen.
Wir haben anfangs
darüber gesprochen,
es nimmt zu,
es ist ein gesellschaftliches Problem.
Es wird wieder vieles
auch sagbarer,
das erlebt ihr wahrscheinlich
ja auch auf
nordbayern.de,
es gibt Hate Speech,
es gibt eine zunehmende
Polarisierung von Themen
in der Gesellschaft
und eine Spaltung
und deswegen,
ja,
also definitiv,
wir können das Ganze
prominenter zeigen.
Ich möchte trotzdem
auch nochmal,
weil es mir so wichtig ist,
es auch immer
differenziert zu sehen,
nochmal ansprechen,
dass trotzdem
auch ein Stück weit
noch die Hoffnung
auf Selbstreinigung bleibt
in der Kurve.
Also,
manchmal passieren Sachen
und wir als Verein
oder eben der Ordnungsdienst,
Polizei,
müssen nicht einschreiten.
Gerade die Vergangenheit
hat ja gezeigt,
dass wenn Fans
es untereinander regeln,
da muss man ja nur
auf die Historie
der Fankurven
in Deutschland schauen,
also wenn Fans
das selbst
in die Hand genommen haben,
war es auch sehr nachhaltig.
Denn was man nochmal
ganz klar sagen muss,
was wir Ende der 80er,
1980er
und Anfang der 1990er Jahre
erlebt haben
mit Schmähgesängen,
rassistischen Schmähgesängen,
wir erinnern uns,
das ist zum Glück
jetzt nicht mehr der Fall.
Wir reden jetzt
von Einzelfällen.
Jeder Einzelfall
ist einer zu viel,
ganz klar gesagt.
Und das müssen wir bekämpfen.
Die Einzelfälle
nehmen möglicherweise
auch zu,
weil es ein
gesellschaftliches
Problem ist.
und trotzdem sage ich,
wir wollen auch ermutigen,
sozusagen,
dass es auch
untereinander geregelt wird.
Aber wenn das nicht
möglich ist,
dann ganz klar.
Der Verein ist da
und es gibt verschiedene Wege,
sich dann auch zu melden.
Und da wollen wir ermutigen,
dass auch Menschen
die Zivilcourage haben,
das dann auch zu machen.
Also unsere Unterstützung
haben sie.
Einzelfälle.
Schwieriges Wort.
Wie erlebst du denn
die größte Gruppe
im Nürnberger Stadion
oder die größte
organisierte Gruppe
im Nürnberger Stadion
Ultras Nürnberg
in dieser Hinsicht,
die am Anfang
zu Beginn
oder in ihrer Entstehung
sicherlich in der Hinsicht
sehr viel gemacht haben?
Wie ist da der Austausch
mit denen?
Du bist ja auch
für Fans
verantwortlich.
Wie hat sich das entwickelt
über die Jahre
mit Ultras Nürnberg?
Auch mit Blick
auf die Problematik?
Also das Thema
Meldekette
hatten wir mit
Ultras Nürnberg
im Vorfall
der Saison
auch besprochen.
Auch mit
OFCN,
also offiziellen
Fanclubs,
machen wir eigentlich immer,
wenn wir was Neues einführen,
dass wir das dann vorher
mit den Gruppierungen
auch besprechen,
mit unseren Fans,
um auch ihre Meinung
noch einzuholen
dazu.
Und
wir sind mit,
wenn du jetzt
die größte Gruppierung
ansprichst,
Ultras Nürnberg,
tatsächlich nahezu tagtäglich
im Austausch
und auch zu diesem
wichtigen Thema.
Zuletzt
war UN
ganz aktiv,
als sie den
Stolperstein für
Jene Konrad
verlegt hatten.
Da hatten sie
ein kleines
Grillfest
organisiert
rund um die
Stolpersteine
verlegten.
Es gab dort auch
einen Redebeitrag
von UN,
wo
sich der Vertreter
ganz klar
auch positioniert
hatte.
Da war es das Thema
gegen Antisemitismus
und insofern
erlebe ich
dort eine absolute
Offenheit und
Bereitschaft,
auch mit uns
dieses
wichtige Thema
anzugehen.
Wir haben zum Beispiel
auch bei den
Vorträgen über
Jene Konrad
hat uns UN
einen kleinen
Film
zur Verfügung
gestellt,
zur damaligen
Entstehung
dieser großen
Choreografie.
Du erinnerst dich,
die über die
gesamte
Nordtour ging
mit dem
Konterfei von
Jene Konrad.
Das hat uns
sehr, sehr
gefreut,
dass
dadurch auch
immer ein Teil
von UN
mit in
diesen
Vorträgen
verankert ist
und das
kommt wirklich
bei den
Schülern
auch immer
fast am
besten an.
Wir sind
da
in sehr
engem
Austausch
zu den
Themen.
Ich habe
noch eine
Frage
auf Twitter
gestellt
bekommen
von
Sebastian.
Es sind
ähnliche
Angebote
auch von
anderen
Vereinen
bekannt.
Es geht
um das
Spieltagshandy
wieder.
Und wenn
ja,
wie viele
Meldungen
bekannt
finden dort
statt?
Beziehungsweise
gibt es
dazu Austausch
in
DFL
Gremien?
Weißt du
da was?
Uns ist
bekannt,
dass
Brutzer
Dortmund,
HSV,
Schalke,
Werder,
Bremen
auch so
eine
Meldekette
im
Stadion
etabliert
haben.
Bestimmt
sind
noch
ein paar
andere
Vereine
darunter,
von denen
ich
jetzt
nichts
weiß.
Was
wir
nicht
zum
jetzigen
Zeitpunkt
haben,
sind
Erfahrungswerte
von denen.
Also
das müssen
wir mal
einholen,
wie das
bei denen
angenommen
wird.
Also
wenn man
das Ganze
quantitativ
erheben
wollte,
wie viele
Anrufe
dort
eingehen.
Dazu
kann ich
jetzt
ad hoc
keine
Auskunft
geben,
aber
ich
werde
meine
Kollegen
bitten,
dass
wir
uns
schlau
machen.
Das können
wir dann
auch
nachreichen.
Bei uns
kann man
es an
zwei
Händen
abzählen.
Ich zähle
da aber
nicht nur
das
Spieltagshandy
rein,
sondern
wir hatten
auch
per
zwei
Meldungen
von
Vorkommnissen
im Stadion,
die wir
dann im
Nachgang
bearbeitet
hatten.
kürzlich
erlebt,
dann kann
ich nur
sagen,
meldet euch
bitte.
Wir müssen
es gemeinsam
angehen.
Vielleicht
können wir
dann noch
mehr
Menschen,
die
dieses
Gedankengut
in sich
tragen,
aus dem
Umfeld
bis
1.
FC
Nürnberg
eliminieren,
weil
das ist
ja ganz
klar
unser
Ziel.
Hat
das
jetzt
beigetragen
zur
Ausgeglichenheit
in deinen
Augen,
was wir
die
letzten
43
Minuten
gesprochen
haben?
Oder
liegen dir
noch Dinge
auf dem
Herzen?
Ja,
ich könnte
halt
einfach
stundenlang
über das
Thema sprechen,
weil es
auch so
kompliziert
ist und
auch
differenziert
betrachtet
werden
muss.
Ich möchte
noch mal
ganz kurz
nur
einen
Gesprächsfetzen
schildern,
den ich
eben mit dem
Bekannten hatte,
der schwarz ist,
der auch sagte,
er ist auch
oft im
Stadion und
er hat auch
zwei,
dreimal
gehört,
wie
das
N-Wort
zu einem
gegnerischen
Spieler
oder sogar
einmal zu
einem
Spieler
aus unserer
eigenen
Mannschaft
gerufen
hat.
Und
dann hat
er sich
kurz
geärgert
und
dann
dachte
er,
ich
glaube,
der hat
das
jetzt
gar
nicht
gerufen,
weil er
was
gegen
Schwarze
hat,
sondern
weil er
sich
einfach
wahnsinnig
geärgert
hat
über
den
Spieler.
Deswegen
hat ihn
es dann
in dem
Moment
nicht
so
sehr
verletzt.
Genauso
wie
er
erzählt,
wenn
ein
Rentner
das
rufen
würde,
würde
es
ihn
auch
nicht
so
sehr
verletzen,
wenn
ein
junger
Mensch
das
N-Wort
nutzt,
weil
Rentner
ganz
anders
in
einer
Zeit
sozialisiert
wurden.
Ich
ein
Gesinnungsproblem
oder
ist
das
gerade
ein
Mensch,
der
das
Ventilstadion
nutzt,
um
seine
Unzufriedenheit
zum Ausdruck
zu bringen.
Ganz
klar mit
einer
Grenzüberschreitung
und das
soll
auch
gemeldet
werden
oder
dann
muss
man
das
auch
ganz
klar
mit
den
Menschen
besprechen
und
gegebenenfalls,
wenn man
spürt,
das ist
wirklich ein
Gesinnungsproblem
dann auch
zur Anzeige
bringen.
Aber
ich würde
dafür werben
und ich
bekämpfe
wirklich
Rassismus
seit vielen
Jahren,
ich bin
ja auch
im
Vorstand
der
Allianz
gegen
Rechtsextremismus
und darf
da den
Club
vertreten.
Man
muss
genau
hingucken
und vor
allem
mit
Betroffenen
sprechen,
weil das
ist so
augenöffnend,
was
sie
sagen
und
da
wurde
mir
auch
klar
zurückgespiegelt,
dass man
den
Bogen
nicht
überspannen
soll,
weil es
dann
einfach
auch
zu einem
genervt
sein
fühlt
und das
schadet
dann
wiederum
der
Bewegung.
Das
haben wir
auch
bei
Black
Lives Matter
erlebt,
auch ein Stück weit
bei MeToo,
beim Gendern
und so weiter,
bei all diesen
Themen,
es gibt auch
einen zu viel.
Ja,
da bin ich
anderer Meinung.
Das finde ich
nicht.
Es scheint
mir ein sehr
in sich ruhender
Bekannter zu sein,
den du
da hast,
weil ich
zum Beispiel
würde,
wenn ich
beleidigen
will,
auch nicht
rassistisch
beleidigen,
auch nicht
aus Versehen.
Deshalb
kann ich mir
nicht vorstellen,
dass einem
das mal
aus Versehen
passiert.
Der Kollege
Sebastian
Klos hat es
glaube ich
letzte Woche
gesagt,
es gibt
genug
andere
und sehr
gute
Arten
zu beleidigen,
auch in
einem
Fußballstadion,
da muss man
keine
rassistischen,
sexistischen
oder sonstigen
Sachen
transportieren.
Deshalb
schreibe ich es
auch,
Fadi,
und ich würde
genauso denken
wie du.
Ich kann nur
das widerspiegeln,
was er mir
erzählt hat.
Ich bin
ganz klar
bei dir,
sobald
diese Wörter
fallen,
würde ich
auch immer
sagen,
da muss man
sich melden,
dem muss man
auf den Grund
gehen.
Da bin ich
völlig bei dir.
Ich möchte
nur einfach
auch die Sicht
schildern.
Es ist auch
ein sehr
komplexes
Thema.
Darum geht es
mir.
Aber dass es
da keine
zwei Meinungen
drüber gibt,
da bin ich
völlig bei dir.
Ich würde es
immer zur Anzeige
bringen,
wenn möglich.
Dann haben wir
noch zueinander
gefunden.
Vielen,
vielen Dank
für den Besuch.
Wie schön.
45 Minuten
stehen hier
jetzt gerade
auf meiner Uhr.
Ich hätte
noch viel mehr
zu erzählen.
Kannst du gerne
machen.
Wir haben hier
Open End,
aber ich glaube,
wir haben
sehr umfassend.
Ja,
ich glaube,
der Verein
transportiert
durch dich
konnte,
glaube ich,
seine Sicht
auf die Dinge
nochmal
darstellen.
es gibt
noch
Verbesserungspotenzial,
so würde ich es
mal mit dem
Spieltagshandy
gibt es noch
Verbesserungspotenzial.
Vielleicht mit der
Sichtbarkeit
auch des
Kampfes gegen
Rassismus
im
Max-Morlock-Stadion.
Vielleicht mit der
auf die Menschen
zugehen und sie
um ihre Meinung
fragen.
Ich glaube,
das ist tatsächlich
schon noch ein
Problem,
wenn sich da bei uns
so viele melden,
obwohl wir jetzt
wirklich keine
Reichweite haben,
dann würde der
1. FC Nürnberg
da, glaube ich,
auf Instagram
oder Twitter
sehr viele mehr
Antworten
provozieren.
Und es gibt ja
auch immer noch
die, die
sagen, sie erleben
sowas gar nicht
im Stadion.
Aber es würde
mich mal
interessieren,
was passiert,
wenn der
1. FC Nürnberg
so eine Umfrage
mal macht.
Du meinst,
wie vielen
Menschen bereits
Diskriminierung
im, ja,
nicht nur
rassistisch,
genau,
das würde,
fände ich mal
interessant,
aber das ist
dann wahrscheinlich
intern zu klären
und nicht von mir
zu befehlen,
auch wenn ich es
gerne hätte.
Ja, aber das spricht
ja nichts dagegen,
das zu tun,
Fadi,
es ist ein
gesellschaftliches
Problem,
es gibt ja
überhaupt keinen
Grund für uns
als 1. FC Nürnberg
da irgendetwas
zu verstecken.
Ja.
Also es ist ja
ein Phänomen,
ein gesellschaftliches,
was bei uns
dann im
Veranstaltungsort
Max-Morlock-Stadion
zutage tritt
und das möchte ich
mal ganz klar
festhalten,
dass wir überhaupt
keinen Grund haben,
irgendwas zu verschweigen,
denn wir stellen uns
ja der Verantwortung
und versuchen.
Ja, wobei es
natürlich schon,
wobei natürlich schon,
wenn du sagst,
es gibt auch ein
zu viel und ein
genervt sein
von diesen Themen,
da springt ja schon
ein bisschen die Angst
mit vor der,
die Klientel
vielleicht zu verärgern,
die sich an sowas
nicht so wirklich stört.
Nein,
überhaupt gar nicht.
Dann ist das
wirklich missverstanden
worden.
Ich werbe nur dafür,
mit Betroffenen
zu sprechen
und das ist das,
was die uns spiegeln.
Ja.
Ich,
in keinster Weise
wollen wir hier
irgendetwas
zu wenig machen,
um niemanden
auf den,
irgendeiner Person
oder einigen Leuten
auf den Schlips
zu treten.
Also,
da haben wir uns
missverstanden,
ganz,
ganz klar.
Aber hinterfragen
muss man das doch
trotzdem.
Also,
wie häufig man das
zeigt.
Was denkst du,
ist das richtige Maß?
Würdest du es
aller,
warte,
wie würdest du es
machen?
Wie oft würdest du es
einblenden?
Ich würde es vor
einmal so einblenden,
dass es jemand mitbekommt,
wobei mir natürlich auch
viele geschrieben haben,
dass man das schon
mitbekommen kann.
Ich glaube tatsächlich
auch,
dass ein Verlesen
durch den Stadionsprecher
findet bislang nicht
statt, glaube ich,
dass das,
dass das helfen würde.
Hin und wieder
hat es stattgefunden,
je nach Programm,
wie voll auch das Programm
ist und gebucht ist
von Werbepartnern.
Aber verstärken kann man
das definitiv.
Also,
das haben wir ja auch
eingeräumt.
Ja, genau.
Gut,
damit belassen wir es
jetzt mal.
Eine Gerch habe ich
heute noch vorbereitet,
aber den lese ich
jetzt nicht vor.
Ist mal wieder
unpassend.
Der kommt dann
nächste Woche zum Einsatz
und nächste Woche
wird dann auch wieder
über Fußball
gesprochen.
Vielen lieben Dank,
Katharina,
für deinen Besuch.
Ich hoffe,
es war okay,
in diesem
Eigentlich Clowns-Podcast
auch mal wieder
über ein ernsthaftes
Thema zu sprechen.
Nächste Woche
die Rückkehr der Clowns.
Ich bin mir sehr sicher.
Vielen, vielen Dank.
Bis nächste Woche.
Danke fürs Zuhören.
Tschüss, Katharina.
Mach's gut, Fadi.
Danke.
Tschüss.
Mehr bei uns im Netz
auf nordbayern.de